Der Mitbegründer der Reformation in Deutschland schlug bekanntlich am 31. Oktober 1517 95 Thesen zu Buße und Ablass an. Der Wittenberger Theologieprofessor berief sich allein auf die Heilige Schrift – Sola Scriptura. Der Kaiser behauptete, ein Ordensbruder müsse im Irrtum sein, wenn seine Meinung gegen die der ganzen Christenheit stehe. Also wurde 1521 ein Bannbulle verfasst, mit dem Verbot die ketzerischen Schriften zu lesen oder zu drucken. Es ging darum, Martin Luther zu exkommunizieren, gefangen zu nehmen und wie den böhmischen Reformator Jan Hus hinzurichten, nachdem die römische Kurie 1518 ein erfolgloses Verfahren wegen Häresie eingeleitet hatte. Mit Friedrich der Weise hatte Junker Jörg einen mächtigen Unterstützer, der ihn vor 500 Jahren entführen ließ und auf der Wartburg verbarg. In dieser gesegneten Zeit wurde das Neue Testament vom Altgriechischen ins Deutsche übersetzt, sodass das aufs Maul gesehene Volk sich ohne Dogmengehorsam, und mithilfe der Erfindung des Buchdrucks, selbst weiterbilden konnte. Dadurch wurde umso deutlicher, wie stark sich die Worte Jesu und das Papsttum in Rom widersprachen. Als Bibelübersetzer kannte der mit dem Tod bedrohte Luther die Psalmen zum Teil auswendig. Beim Lesen der 150 Lieder fällt auf, wie die Schrifttexte wiederholt Mut und Trost in Zeiten der Verfolgung zusprechen. Z. B. am Anfang von Psalm 90 mit “Herr, Gott, du bist unsere Zuflucht für und für!” oder in Psalm 91:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird. Denn der HERR ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf junge Löwen und Drachen. „Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.“

Die Verfolgung von bibeltreuen Christen betreffend, sollten die Zwickauer Propheten und die Bauernkriege nicht in Vergessenheit geraten. Das Volk wollte sich nicht weiter von den regierenden Herrschern unterdrücken lassen und stellte weitreichende sozial- und kirchenpolitische Forderungen. Der obrigkeitshörige Luther setzte die Abschaffung der Messe, Einführung der Priesterehe, Aufhebung der Fastengebote und Entfernung der Bilder durch, sprach sich aber weiterhin für die Säuglingstaufe aus. Betreffend Allerheiligen und Allerseelen empfahl Luther zuerst diplomatisch in Fürbitte für die Toten zu gehen, da es ungewiss sei, ob der Ablass den Toten nütze.

In dieser Beziehung bin ich ein absoluter Atheist, denn ich denke es nützt meinen Urgroßeltern in Bezug auf Himmel und Hölle überhaupt nichts mehr, wenn ich für sie an Allerheiligen bete oder an Allerseelen eine Messe bezahle. Das Fegefeuer ausblendend, kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden, den Verstorbenen zu gedenken, da diese Märtyrer = Vorbilder im Glauben waren.

Überhaupt keine Vorbilder sind für mich die hellseherischen Kelten in ihrem Totenkult. Um Halloween zu beleuchten, bedarf es keinen leuchtenden Kürbis, sondern einen brennenden Geist. Das heidnische Totenfest mit entzündenden Brauchtumshandlungen über Seelen der Toten, welche wieder in ihre Heime zurückkehren, begegnete mir als wiedergeborener Christ nicht vor Jahrtausenden in Irland, sondern vor 24 Jahren in den USA. Verwundert fragte ich mich im heißen Phoenix/Arizona warum ein Furcht einflößender, total vermummter, schwarzer Sensenmann an der Haustüre um Bonbons bettelt? Damals war ich noch der Überzeugung, dass nicht jede übelriechende Gülle, als eine schmutzige Welle vom Atlantikbündnis, zu uns herüber schwappt. Teufel und Spinnweben als Zierde vor der Eingangstür oder blutrünstige Monster auf der Straße haben sich hierzulande zum modernen, harmlosen Horror entwickelt. Das Böse bahnt sich aus allen Himmelsrichtungen einen weiteren Weg in unsere Wohnzimmer. Es ist zum Schreien, wenn Eltern ihre Kinder verführen, indem sie viel zu früh mit bestialischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Das Leben ist im Blut. Die Bibel gebietet uns, das Blut als etwas Wertvolles zu achten und sich davor zu enthalten.

Nichtsdestotrotz spritzt das Blut in den Kanälen.

Eine Masse lässt sich manipulieren und rennt in den Tod. Das jüngste, brutale Gegenbeispiel mit hunderten, ermordeten Seelen ist die Nr. 1 Netflix-Serie “Squid Game”. Macht nichts, ist doch alles nur gespielt. Beunruhigend ist der Zeitungsbericht über die Nachahmung an der Kita in Pinneberg, auf Spielplätzen und in Schulen. Anstelle mit der Puppe oder Bauklötzen zu spielen, töten sich die Kleinen gegenseitig mit Worten und angedeuteten Taten. Es ist schon schlimm genug, welche Verbote und Gebote die Kinder während des Lockdowns aushalten mussten. Nun fordern Pädagogen von Eltern, eine Schranke zu setzen und mehr Verantwortung zu übernehmen. Es geht bei aller Finsternis darum, Alpträume, Ängste und psychische Probleme zu vermeiden. Ich reihe mich ein mit der Anklage:

Ihr fügt euren Kindern an Halloween seelischen Schaden zu!”

Den Schöpfer des Lebens zu fürchten, ist der Anfang aller Erkenntnis. Gott lässt sich nicht durch satanische Handlungen spotten. Wer Tod und Teufel an okkulten Feiertagen oder durchs Fernsehen in sein Haus einlädt wird gleiches ernten, oder um Goethe zu zitieren: “Die ich rief, die Geister, Werd’ ich nun nicht los!”

Das Werk unserer Hände kann verflucht oder gesegnet sein. Die nächste bevorstehende Körperverletzung bzw. Vergewaltigung unserer schutzbefohlenen 5 bis12-jährigen Kinder ist von dämonischen Mächten in Planung. Dis schlimmste Plage ist am kommen. Wer nicht hören will, muss fühlen. Um auf den Kommentar “Seid Ihr alle verrückt?” von Walter Stein einzugehen, sendet der zornige Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, damit die Ungerechten einer Lüge glauben und enden wie der sündige Rest aus Psalm 90:

Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorrt. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahinmüssen. Denn unsere Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubt aber, daß du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. HERR, kehre doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Fülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. Und der HERR, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!

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