Joseph Prince bei der Holy Spirit Night

Nachdem ich in der Vergangenheit meine zwei älteren Töchter zu Code Red in die Hanns-Martin-Schleyer-Halle begleitet habe, war für mich dieses Mal klar nicht mitzukommen. Der Grund war nicht die umständliche Anmeldeprozedur, sondern ein Gastsprecher aus Singapur, dessen Predigten ich gelegentlich im Fernsehen verfolgt habe. Nun ist Joseph Prince einer der erfolg- und einflussreichsten Prediger, dessen besonderes Charisma ihn schon in viele Länder und auf mehrere Fernsehkanäle gebracht hat. Beim Verfolgen seiner Botschaften viel mir der smarte Kleidungsstil und sein jugendliches, erfrischendes Auftreten ins Auge. Jedoch vernahm ich beim Hören des Megapastors die innere Stimme, dass er nicht immer die Wahrheit lehrt.

Auf der Suche nach Joseph Prince Ministries erfährt man, wie Gott ihm persönlich den Auftrag gegeben haben soll, das Evangelium der Gnade zu predigen. Deshalb hat der Sohn eines Sikh Priesters, mit dem ursprünglichen Namen Xenonamandar Jegahusiee Singh, neben der Wort des Glaubens Lehre die Gnade in Bezug auf die Sünde in einem Bestseller thematisiert. Die Gläubigen sollen dadurch besonders aufgebaut werden, indem sie die Gnade Gottes besser begreifen und nicht im Tod bringenden alten Bund von Mose am Berg Sinai verharren, wie es viele Kirchen in verurteilender Weise tun. Als Beweis wird Johannes 1 Vers 17 aufgeführt. Andererseits sagt Jesus selbst von sich, dass er nicht gekommen ist, um den Alten Bund mit den zehn Geboten aufzulösen, sondern um ihn zu erfüllen (Mt 5, 17). Zudem warnt die Bibel eindrücklich vor Irrlehrern, die versuchen die Gläubigen zu verführen, indem sie ein anderes Evangelium verkündigen.

Was neue Sonderlehren betrifft, sollten die Besucher des Gospel Forums nicht nur durch altertümliche Gnostiker (Lehre vom sündlosen Geist im Menschen) vorgewarnt sein, sondern auch durch Völkerapostel Helmut Bauer, einem sektiererischen Gastprediger aus Röhrnbach im Bayerischen Wald. Die jüngere Geschichte hat gezeigt, was passiert, wenn eine Glaubensgemeinschaft Stellen aus dem Alten Testament entfernt und in einer auf Wolke Sieben schwebenden Art und Weise die Identität des Gläubigen in Jesus Christus überbetont. Zudem lassen sich viele kritische Stimmen zum unbiblischen Verständnis von Hyper Grace (eine Bezeichnung, die es in der Bibel nicht gibt) im Internet finden. Nichts desto trotz bricht die Versammlung samt Pastoren in Stuttgart am 29.09.17 und am darauf folgenden Tag beim Hören des neuen Evangeliums der Gnade in laute Begeisterungsstürme aus.

„Wie kannst Du nur über einen Bruder urteilen, der so nett ist?“ Auch Papst Franziskus hat ein sympathisches Auftreten und spricht über Jesus. Der Oberste der Jesuitenarmee wird als „Schwarzer Papst“ bezeichnet. Die Geschichte, Ziele und Eide des Jesuitenordens können auch von Uneingeweihten nachgelesen werden, doch wen interessiert es? Meine warnenden E-Mails mit geistigen Impulsen stießen bei den verantwortlichen Leitern bisher auf taube Ohren. Wahrscheinlich werde ich, wie auf der Bühne in einem aktuellen Songtext vorgetragen, als ein mit dem Finger zeigendes, sein Herz verunreinigendes Individuum wahrgenommen, welches es zu meiden gilt.

„Aber der Mann predigt doch die Bibel“, haben mir nahe stehende Menschen vorgeworfen, als ich in längeren Ausführungen versucht habe, das falsche Gnadenverständnis von Joseph (Prinz von Ägypten?) auseinander zu pflücken. In der Tat zitiert der begabte Redner Bibelstellen aus dem Zusammenhang und untermauert seine Lehre mit positiven Lebenszeugnissen.

Sündigen wir wirklich nicht weiter, weil wir eine besondere Offenbarung von einem unverdienten Geschenk in der Gnade Gottes haben? Das hört sich so himmlisch abgehoben an. Ich persönlich bleibe dabei über die Folgen der Sünde (den Tod) nachzudenken:

„An dem Tag, an dem ihr von der Frucht esst, werdet ihr sterben!“ Der Teufel behauptet das Gegenteil. „Ihr werdet so sein wie Gott (heutzutage gleich wie Jesus).“ Gehorsam lautet sozusagen schon am Anfang der Code Red, gleich wie in Philipper 2, 12:

„Daher meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern.“

Die wahren Kinder Gottes treffen die Entscheidung sein Wort zu befolgen und seinen Willen zu tun. Sie widerstehen der Versuchung der Lust der Augen, des Fleisches und des Hochmut des Lebens durch das Wort/Gesetz Gottes und selbstverständlich durch die Waffenrüstung Gottes aus Epheser 6, allerdings nicht durch errettende Gnadenvorstellungen. Den Teufel allein als Verkläger und Schuldigen hinzustellen, wenn uns unser Gewissen verdammt kann tödlich sein. Natürlich gibt es Vergebung für den Sünder. Allerdings haben wir trotzdem mit den Folgen der Sünde zu kämpfen. Wer z.B. seine Ehefrau nach einem Seitensprung mit AIDS angesteckt hat kann das Vergehen nicht durch positives Denken rückgängig machen. In Johannes 16 Vers 8 überführt der Heiligen Geist von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. In der Bibel finden sich 3 große und 12 kleine Prophetenbücher mit viel ermahnenden Botschaften. Es gibt einen viel von Liebe schreibenden Apostel Johannes, der in dem letzten prophetischen Buch voll Ehrfurcht wie tot vor die Füße seines Meisters Jesus fällt. Der Aufruf zur Umkehr/Buße wird gleichfalls in den Sendschreiben der Offenbarung verkündigt, andererseits weniger von populären Wohlstandspredigern.

Demgegenüber fühlen sich viele selbstzentrierte Christen durch eine überbetonte Lehre vom Vaterherz Gottes so geliebt, dass sie es für unmöglich halten, durch wiederholtes Sündigen verloren zu gehen. Viele Pastoren verkündigen ihre eigene Gedanken, als direktes Reden vom Herrn, und haben in ihrem einmal gerettet – immer gerettet Glauben nicht die Gottesfurcht, dass sie einmal für jedes ihrer Worte Rechenschaft abgeben müssen.

„Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf, suche und finde mich, denn ich habe deine Gebote nicht vergessen.“ Es dauert 176 Verse bis der Leser am Ende von Psalm 119 angekommen ist. Für mich ist die Gnadenlehre von Joseph Prince eine Provokation, wenn ich das Gesetz des Herrn im Herzen bewahre, indem ich über den längsten Psalm der Bibel nachsinne.

Das Thema der Holy Spirit Night 2017 war die Reformation. Das sola gratia – allein durch Gnade von Martin Luther bezieht sich nicht auf ein Evangelium der Gnade, sondern auf die Errettung als unverdientes Geschenk durch den Glauben (Eph 2, 8). Die Reformatoren erkannten vor 500 Jahren, dass der Papst und die Kirche in Rom wenig mit Jesus und seinen Geboten gemein hatten. Mein Aufruf an die revolutionäre Jugend des Holy Spirit Night Movements lautet: Erkennt und prüft ihr heute die christlichen Verantwortungsträger und ihre Werke in gleicher Weise? Der Hebräerbrief warnt im 13. Kapitel vor der Geldliebe und ermuntert auf den Wandel unserer Leiter zu achten, und nicht durch verschiedenartige und fremde Lehren umher getrieben zu werden.

Im jugendlichen Alter hat sich der Prophet Samuel gefragt, warum die Söhne Elis von dem verbotenen Opferfleisch im Heiligtum aßen und außerehelichen Sex mit den Mägden hatten. Was er von dem unveränderlichen Gott zu hören bekam, war keine positive Prophetie. Der Hohepriester Eli verwehrte seinen todgeweihten Söhne Hophni und Pinehas die Sünde nicht. Don’t judge – pray funktionierte in diesem Fall nicht; bekanntlich fiel der korpulente, 98 Jahre alte, blinde Leiter rücklings vom Stuhl und brach sich das Genick. Beim Schauen der Spendenaufrufe auf God.TV frage ich mich abermals, warum in den besten Restaurants dinierende, vom Erfolg verwöhnte Fernsehprediger, zu ihren sündhaft teuren Kleidern, als Erkennungszeichen einen goldenen Ring mit einem schwarzen Stein tragen, und woher/wozu sie Millionen auf ihrem Bankkonto haben. Die Antwort zum Schluss lautet, weil sie es verdient haben.


 

Donald Trump

Es gibt viel über Trump und den Ausgang der Wahlen zu sagen, was sowieso schon mehrfach berichtet wurde.
Auch wenn ich kein Mönch des Mittelalters bin, der einen biblischen Text in der Morgendämmerung zum Erleuchten bringt, brennt es so stark auf meinem Nägeln, dass ich wenigstens ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch bemühen werde:

Trump = Trumpf, Maultrommel, Stichblatt

Trump = Trompete

Trump = Furz

Donald = Weltherrscher


 

Wir schaffen das!

Momentan rüttelt ein Aufruf unserer Bundeskanzlerin das Land auf, der selbst Politik verdrossene Bürger wie mich anspornt und zum Nachdenken bringt. Schaffen wir das wirklich, indem wir Herr über die zunehmenden Flüchtlingsströme werden, oder geht in Deutschland alles den Bach runter?

Bei dem vielen Pro und Contra entsteht leicht ein Streit unter Freunden, selbst lösungsorientierte Parteimitglieder drohen mit Spaltung angesichts der Meinungsunterschiede, so dass die große Koalition zu zerbrechen droht. Wahrscheinlich interessiert es die Bundesanwaltschaft weniger, wenn massenweise Klagen wegen Hochverrats eingehen, aber welche Folgen kann es haben, falls jetzt schon dreiste Demonstranten die Kanzlerin und den Vizekanzler symbolisch am Galgen aufhängen?

Hat das Angela Merkel verdient? Meine bisherigen Kommentare zeichnen mich nicht wirklich als verteidigenden Sympathisanten aus. Umso mehr erstaunt mich die veränderte Situation. Die Mutti der Nation zeigt, wie ich es von einer Pfarrerstochter erwarte, Herz und bietet in einer vorbildlichen Handlung der christlichen Nächstenliebe Schutz und Versorgung für vom Tod bedrohte Flüchtlinge an. Indes bekommt sie als Dank nicht etwa eine Auszeichnung, sondern jede Menge Kritik und sinkende Umfragewerte.

Verkehrte Welt könnte man meinen, wenn man als Christ nicht schon die Erfahrung gemacht hat, trotz oder gerade wegen guter Taten von allen möglichen Seiten angegriffen zu werden. Als Bibelkenner erinnert mich die positive Haltung eine riesige Menschenmenge versorgen zu können an die Speisung der Fünftausend am See Genezareth. Die Jünger wollten die Menschen fort schicken, weil nicht genügend Nahrung und Geld vorhanden war. Mit Gottes Hilfe vermehrte sich die kleine Gabe eines Jungen zu genügend Broten und Fischen für alle. Übertragen auf die Flüchtlingssituation gibt es gerade viele Bürger die durch Spenden und ehrenamtlicher Arbeit die Situation der Asylanten verbessern.

Mein kleiner Junge Joshua kennt dazu folgenden Bob der Baumeister Liedtext:

Und los geht’s!

An die Arbeit!

Können wir das schaffen?

Ok, kein Problem!

Yo wir schaffen das!

Siehe auch Matthäus 25, 40ff


 

Hat sich Obama bekehrt?

Der Teufel dringt in die Bibelstunde der Gemeinde ein. Sein Ziel ist es den Hirten und seine Schäfchen zu töten. Senator Clementa C. Pinckney und 8 weitere Mitglieder der Emanuel African Methodist Episcopal Church wurden in Charleston aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe von einem 21-jährigen Weißen erschossen.

Nach dem Attentat auf eine Kirche in South Carolina änderte sogar der US-Präsident seine Agenda, um bei dem gestrigen Trauergottesdienst als Prediger aufzutreten. Das erste was mich heute beim Betrachten der News überraschte war wie gekonnt Obama das „Amazing Grace“ anstimmte und die afroamerikanische Versammlung im Stile eines T.D. Jakes zum kochen brachte. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Barack Hussein mich zum Singen eines christlichen Lobliedes animieren könnte.

Der Hintergrund eines der bekanntesten Kirchenlieder der Welt ist die Sinnesänderung des alkoholabhängigen Kapitäns eines Sklavenschiffes, der Jesus nachfolgt und anglikanischer Priester wird.

Hat sich der als Priester outende Obama jetzt auch bekehrt um das Wort Gottes zu verkündigen?

Augenblicklich hat mich sein Verständnis von Gnade im Bezug auf das Gute im Menschen als Bibelkenner nicht überzeugt. Also mal sehen was der Referent, der seine politische Reden und Predigen gewöhnlich nicht selbst verfasst, am gleichen Tag auf Twitter verbreitete:

„Heute ist ein großer Schritt in unserem Marsch hin zur Gleichheit. Schwule und lesbische Paare haben jetzt das Recht zu heiraten, so wie alle anderen. Liebe siegt!“

Der zweifach geschiedene Freund und Bischof Gene Robinson twitterte:

„Atemlos vor Dankbarkeit für Gott, dessen Leidenschaft nach Gerechtigkeit nie schläft. Liebe ist Liebe. Und diejenigen die lieben kennen Gott.“

Wie an andere Stelle schon gepostet bedeutet Ehe (ewa) in althochdeutsch Ewigkeit, Recht, Gesetz und Ordnung. Von Genesis bis Offenbarung, Adam und Eva, bis zu Jesus und der Gemeinde, erfüllt sich Gottes Bund in der Vereinigung von Braut und Bräutigam. Das ändert sich auch nicht durch den Obersten Gerichtshof der USA, der mit 5 zu 4 Stimmen die Einführung der Homo-Ehe in allen 50 Bundesstaaten erzwingt.

Bei solchen Meinungsverschiedenheiten ist es in der Politik besonders wichtig bei allen beliebt zu sein. Um als lupenreiner Demokrat im Wahlkampf eine Milliarde Dollar Spenden von arm und reich einzunehmen muss man sein Handwerk gut verstehen.

In der Grabesrede des US-Präsidenten für die 9 ermordeten Bibelstudenten, vernimmt man dann auch wie wichtig es ist, sich um die Bedürftigen und Kranken zu kümmern. Halleluja, sollte der Nachruf von seiner Eminenz auf Senator Pinckney nicht zu sehr übertrieben ausgeschmückt sein, lebt dieser Wohltäter weiter durch den Glauben, obwohl er starb. Im Sinne vom eröffnenden Redevers Hebräer 11, 13 haben die ermordeten Heiligen das Verheißene nicht erlangt, sondern sahen es von ferne, als Gäste ohne Bürgerrecht und Fremde auf Erden.

Also nach sieben Jahren Amtszeit des Rechtsanwalts für die kleinen Leute empfehle ich zu prüfen, welches seiner „Yes we can“ Versprechen, die rückwärts abgespielt ein „Thank you satan“ ergeben, sich erfüllt hat. Bei wichtigen Entscheidungen befolgt man eh den Rat seiner engsten Freunde, und die gehören halt zum Council on Foreign Relations CFR und/oder zu den Bilderbergern. So wird halt weiter an neuen Gesetzen und Verträgen wie TTIP zum Wohle der Allgemeinheit getüftelt.

Im christlichen Sinne benötigt man keinesfalls eine Neue Weltordnung, sondern sollte zwei uralte Gebote befolgen, die sich gleichen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft, und das andere ist dies, Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

John Newton wurde von Alkoholsucht befreit und bekämpfte als Geistlicher die Sklaverei. Hat sich nun der Amazing Grace anstimmende Obama bei allem Toleranz- und Akzeptanzdenken von der Sünde abwendend bekehrt? Justament kann nur er sich selbst sicher sein. Jedenfalls zeigt die Geschichte die Führer eines Volkes oft in einem anderen Licht, wie sie bei ihren Zeitgenossen erschienen.

27.06.2015


 

Der Lauscher an der Wand…

Ist es nicht aberwitzig wie außer Kontrolle geratene Geheimagenten außer Kontrolle geratene Geheimdienste bloß stellen, so dass düpierte Regierungschefs reihenweise in Rage geraten.

Ich finde es amüsant zu verfolgen, wie es nun höchste französische Regierungskreise erwischt hat. Zur Strafe wird in Paris vom Verteidigungskabinett der US-Botschafter einbestellt. Anschließend lässt sich der Kofürst von Andorra vom mächtigsten Mann der Welt in einem öffentlich gemachten Telefonat versichern, so etwas Böses künftig nicht mehr zu machen. Freilich bat die wichtigste Europaberaterin Obamas schon Monate zuvor um Pardon. Ich meine Victoria Nulands delikate NSA-Entschuldigungstour, die bei ihren westlichen Partner in ein abgehörtes „Fuck the EU“ gipfelte. Einer bespitzelt halt ohne Unterlass den anderen. So hört der Lauscher an der Wand seine eigene Schand.

Bei aller Freundschaft nehmen sich gerade die Amerikaner die Freiheit auch ihre Verbündeten zu überwachen und konkurrierende Unternehmen auszuspionieren. Wie wäre es nun als Unterlassungsklage zur Strafe die vom französischen Volk spendierte Freiheitsstatue vom New Yorker Liberty Island nach Europa zurück zu verfrachten? Nun ja, in der Realität wird eher damit gedroht die Gespräche über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP auszusetzen…

…„Das geht gar nicht!“, empörte sich unsere Bundeskanzlerin in der deutschen Handy Affaire. Aber statt sich bei der US-Botschaft in Berlin zu beschweren hätte sie besser in einem wahren Wutanfall auf ihrem Hoheitsgebiet den Strom abstellen lassen sollen. Warum? Nah warum lässt Merkel weiterhin die feindlichen Abhöranlagen am nebenan gelegenen Reichstag zu? Weil die auf Sichtweite zum Kanzleramt stehenden US-Gefilde unter besonderem völkerrechtlichem Schutz stehen! Dazu benötigt man kein NSA-Untersuchungsausschuss und der dazugehörige Bundesnachrichtendienst würde es seinen Bürgern ebenfalls nicht stecken, weil er Daten plus Informationen nur mit seinesgleichen und vorzugsweise mit den amerikanischen Besatzern abgleicht.

Also sind wir auf die freie Presse oder böse Enthüllungsportale angewiesen um zu erfahren, dass unsere Mutti bei Antrittsbesuchen eine tolle Show abziehende Schauspielerin mimt an deren Teflonbeschichtung alle Annäherungsversuche abprallen. Weil in Europa nicht jeder Christdemokrat mit den Sozialdemokraten einer Meinung ist, lässt sich aus den Gesprächen von andersgeschlechtlichen Regierungschefs benachbarter Länder zur Griechenlandkrise schwer ein Skandal ableiten. Schwerer wiegt vielleicht nachts unerkannt durch Paris zu tingeln, um nicht mit dem Leibwächter auf dem Roller, sondern mit der echten Actrice im Appartement zu verschmelzen.

Filmisch an körperliche Enthüllungen gewöhnt, verzeiht das tolerante Volk ohnehin die Jugendsünden von Präsidenten und Kanzlern. Also was bezwecken die Spitzeleien unserer Staatsoberhäupter? Im bedeutendsten Spionagefall der deutsch-deutschen Geschichte kam es immerhin ob der sexuellen Affairen des Bundeskanzlers zum Rücktritt von Willy Brand. Wen interessieren heute noch solche olle Kamellen und was 1974 der Geheimdienst in der DDR getrieben hat. Papier ist geduldig und vieles wurde schriftlich festgehalten. Jedoch unser Bundesbeauftragter für Stasiunterlagen hat als Publizist sicher wirklich alles inkl. der eigenen Akte abgearbeitet. Warum sollte die Larve sich selber entlarven und IM Erika sich an uralte, Vorteil gewährende, Karriere zerstörende Unterschriften erinnern? Ich meine es ist irrwitzig, wenn die BRD von zwei ehemaligen Stasispitzeln – Staatsfeinden – übernommen worden ist.

Die Spitze in Russland krönt unwidersprochen ein ehemaliger KGB-Offizier, dessen Tätigkeitsfeld ebenfalls in der DDR lag. Die Kindheitswurzeln des aus St. Petersburg stammenden Wladimir Putin liegen evtl. viel tiefer im befeindeten Georgien verborgen. Aberwitzig wäre die gefälschte Biografie des Geheimdienstlers, ohne die er nie an die Macht gekommen wäre. http://www.zeit.de/feature/wladimir-putin-mutter

Genauso grotesk ist der Präsident, der nicht Präsident sein kann, weil er nicht im eigenen Land geboren ist. Grausig ist die Beseitigung des Präsidenten durch den eigenen Geheimdienst, weil er sich nicht mehr kontrollieren lässt. Lächerlich macht sich ein Präsident, der behauptet kein Gauner sein, obwohl er seine politischen Gegner in kriminellen Handlungen bespitzeln lässt und gefährliche eigene Telefonaufzeichnungen löscht. Makaber ist ein neuer Präsident aus dem Geheimdienst, der den alten beiseite geschafft hat.

Geheimdienste sind halt dazu da die Macht und den Herrschaftsbereich von Nationen und deren Führern zu erhalten oder gar zu vergrößern. Blöd kann es für die Regierenden werden, wenn sie sich gegenseitig beschatten oder bekämpfen. Ich bin gespannt was die Lauscher an der Wand künftig in Erfahrung bringen.


 

Die Welt spielt verrückt – oder nur bestimmte Menschen?

Eine Kleinstadt wird überfallen und in Schutt und Asche gelegt. 2000 Bewohner sterben. Ihr Fehler: Sie haben ihre Kinder in die Schule geschickt. Boka Haram (Bücher sind Sünde) bekämpft westliche Bildung bis aufs Blut, nichtsdestotrotz schaut der Westen teilnahmslos zu.

54 schlecht ausgerüstete nigerianische Soldaten die angesichts eines massiv bewaffneten Feindes die Flinte ins Korn werfen wurden im Dezember von der eigenen Regierung zu Tode verurteilt. Komisch, ein Aufschrei in unseren Medien war darüber kaum zu hören.

Konträr verlief in den letzten Tagen die Berichterstattung über den radikal islamischen Angriff auf unsere Pressefreiheit. Wenn ich so die Geschehnisse Revue passieren lasse, komme ich zum Schluss, dass irgend etwas in der Welt oder bei bestimmten Menschen nicht stimmt. Jedenfalls wurde durch die schnelle Verbreitung der Gräueltaten von Paris nicht nur ganz Frankreich in Atem gehalten, denn der ganzen Erdball verfolgte gebannt, wie ein paar verrückte Terroristen zielgerichtet und doch kopflos ihre Mordgier befriedigten.

Dabei ereigneten sich äußerst merkwürdige und paradoxe Dinge bei dem nicht unerwarteten Angriff auf die Charlie Hebdo Redaktion. In einer letzten Provokation auf Twitter – Minuten bevor der Kugelhagel beginnt – wünscht IS-Anführer Al-Baghdadi für das neue Jahr vor allem Gesundheit und ein bärtiger Kämpfer erhebt den Zeigefinger (Immer noch keine Attentate in Frankreich): „Warten sie ab. Man kann noch bis Ende Januar seine Festtagsgrüße überbringen.“

http://www.huffingtonpost.de/2015/01/08/charlie-hebdo-attentat-charbonnier-karikatur_n_6434604.html

Vorsichtig ausgedrückt halte ich es nicht für klug einen Gegner, der gerne ausländischen Berichterstattern den Kopf abschlägt, so zu verspotten und herauszufordern. Jedenfalls sahen die Kouachi Brüder in der Realität nicht so dämlich aus, wie auf dem Cartoon dargestellt, denn sie gingen höchst professionell und bestens vorbereitet vor. Erinnert mich irgendwie an einen vorbeilaufenden Hund, dem man die Ohren lang zieht, oder an einen schlafenden Löwen, der am Schwanz gepackt wird.

Absurde Fortsetzung der satirischen Redaktionsarbeit ist heute ein millionenfach gedrucktes und schnell vergriffenes Titelbild mit dem sich solidarisierenden Propheten der alles vergibt. Sonderbar wie sich der „Je suis Charlie“ Slogan vermarktet. „Ich bin Karl“ auf Althochdeutsch übersetzt würde bei mir als Ehemann einen Sinn ergeben, dennoch finde ich die übereinstimmenden Bekundungen grotesk, da die protestierenden Schilderträger in Wahrheit eine andere Identität als Charlie haben und nicht mit ihrem Leben für das Magazin einstehen würden.

Zur Verteidigung der verfolgten Journalisten fällt mir der biblische Vergleich mit Gideon ein, der die religiösen Gefühle seiner Mitmenschen gleichermaßen stark verletzte. Er riss einen Baalsaltar mitsamt Astarte nieder und sollte deshalb an die Leute der Stadt heraus gegeben werden. Das rettende Argument seines beschützenden Vaters war, dass wenn Baal Gott ist, er sich doch selbst rächen möge (Richter Kapitel 6).

Nun behauptete Mohammed nie selbst Gott zu sein, aber seine Nachfolger spielen sich als richtende Götter auf, in der Art und Weise wie sie ihre Todesurteile fällen.

Besonders paradox war der sich im Internet rasend schnell verbreitende Film mit dem Kopfschuss auf den Fahrradpolizisten. Immerhin bedauert der geschockte Augenzeuge die Alpträume verursachende, sinnlose Mordtat auf Facebook eingestellt zu haben. Wie dem auch sei, ein Attentäter hat ein unabsehbares unendliches Problem. Der um Gnade flehende, seine Hand zum Schutz ausbreitende Staatsdiener Ahmed Merabet war auch Moslem.

Wenn ich nicht falsch liege kann man im Islam nie wirklich sicher sein in den Himmel zu kommen, es sei denn man stirbt als Märtyrer. Sozusagen stehle ich hier auf der Erde mein eigenes Leben und das anderer, um möglichst viele Jungfrauen (Sex, um neues Leben zu schaffen) zu gewinnen.

Äußerst merkwürdig kommt mir auch die Geiselnahme im koscheren Lebensmittelladen vor. Ich finde es heldenmütig und sogleich skurril, dass Lassana Bathily ein angestellter Moslem aus Mali Kunden im Kühlraum des Untergeschosses das Leben gerettet hat, kurz nachdem sein irrer Landsmann und Glaubensbruder vier Juden erschossen hat. Das Gewissen erleichternd, gibt Amedy Coulibaly ein legitimierendes BMFTV Telefoninterview, und vergisst kurioser Weise den Hörer aufzulegen. Daraufhin wird jedes seiner an die Geiseln gerichteten bösen Worte von der Polizei mit gehört, die zudem durch die Überwachungskameras des Supermarkts im Bilde ist. Das gerechte Ende naht – trotz, oder vielleicht gerade während der Knie fallenden Gebete.

Bizarr und heldenhaft war auch, wie der Chef der Druckerei Michel Catalano seinen sich im Schrank versteckenden Angestellten Lepère geschützt hat, während er seinen potentiellen Mördern Wunden verband und Kaffee gemacht hat. Vielleicht bekam er deshalb sein Leben geschenkt. Das eigene Erschießungskommando der Kouachi Brüder folgte dann weniger überraschend: Wer das Schwert zieht, wird durch das Schwert umkommen!

Zunächst einmal hat der Stärkere im Krieg der westlichen Welt gegen den Terror gewonnen. Zahlreiche Regierungshäupter demonstrierten ihre Macht in einem Gedenkmarsch der menschlichen Toleranz. Schön wie es Frankreich mit Deutschland, Sozialisten mit Christdemokraten, Hollande mit Merkel in einer neuen Liaison können. Doch beim Blick auf die erste Reihe der Menschenansammlung erkennt man neben dem Drängler Sarkozy ein weiteres absonderliches Bild. Netanjahu und Abbas gehen Schulter an Schulter gereiht, obwohl sie sich Spinne feind sind und sich laufend im Kriegszustand befinden. Steht die Welt jetzt Kopf, oder ist das eine moderne französische Revolution nach dem Motto Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Nein, leider hat die Verfolgung der Juden in Frankreich solche Trauerzüge angenommen, dass der flugs herbei eilende Israelische Regierungschef zur Alija aufrufen musste. In der Tat macht die Einwanderung ins gelobte Land für den angegriffenen koscheren Supermarktbesitzer jetzt mehr Sinn, als zur Beerdigung nach Jerusalem hinaufzuziehen.

Freilich, die bestens informiert und aufklärenden Medien verrieten über den jüdischen Benjamin, dass der unliebsamen Nachzügler sich wohl oder übel selbst bei seiner Rotarierfamilie eingeladen hat. Argwöhnisch beäugt bekommt Netanjahu daher als läuternden Ausgleich seinen Staatsfeind an die Seite gestellt.

Wunder(n) folgt Wunder(n), siehe da, Helmut Kohl, Logenbruder François Mitterrand in ganz spezieller Art und Weise die Hände drückend, hat sich 1984 in Verdun auch selbst eingeladen, so übereinstimmende Presseerklärungen.

Ps: Lügenpresse ist das Unwort 2014

Ende: Damit ist der freie Journalismus gerettet.

Zum absoluten Schluss die Merkelsche Raute, sprich Misstrauen erweckende Regierungs-PR: „Folgen Sie denen nicht!“ – islamfeindliche Pegida-Demonstranten in Dresden – denn letztendlich: „Der Islam gehört zu Deutschland!???“

14.01.2015


 

Die viel zitierte, überstrapazierte Liebe Gottes

Am Sonntag war der meistzitierte Vers der Bibel das Thema einer Predigt, welcher ich online lauschte. Gespannt spitzte ich meine Ohren, als es um den Kontext von Johannes 3 Vers 16 ging. Enttäuscht musste ich jedoch wiederum feststellen, dass der Prediger Teile des Evangeliums anders als ich versteht. Ich höre ja immer wieder gern von der großen Liebe Gottes für uns Menschen, aber mir scheint dass heutzutage ein wesentlicher Aspekt bei der Verkündigung des Wortes weggelassen wird:

Das Gericht Gottes über die Sünde!

Die Einleitung des bekanntesten Evangeliumsverses lautet nämlich so:

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Das Studium der feurigen Schlangen und der erhöhten ehernen Schlange in 4. Mose 21, 4ff erzeugt eher wenig erheiternde Gefühle und wird deshalb fast immer verdrängt oder ganz vergessen. Man geht ja schließlich in den Gottesdienst um emotional auferbaut zu werden, und wir sind daran gewöhnt verbal und gedanklich positiv gestimmt zu sein.

Nun warnt aber das Buch der Bücher als Vorlage für Predigten von Anfang bis Ende in zahlreichen Beispielen vor den negativen Folgen der Sünde. Dabei hat der Vater den, der die Sünde nicht kannte, zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm. Auch wenn es in der Welt dunkel um uns wird, sehe ich Jesus erhöht ans Kreuz geschlagen, als den einzig eingeborenen Sohn, den der Allmächtige gab, als ein Opferlamm ohne Fehl und Makel.

Die Sünde ausblendendes, neuzeitliches Toleranzdenken findet sich selbstverständlich überhaupt nicht mit der Aussage ab, dass wer aber nicht glaubt schon gerichtet ist, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Mir geht es auch nicht darum diese Menschen zu richten, wobei der Vater im Himmel so intolerant ist, dass er nicht will, dass einer verloren geht.

Mein Unmut erregt mehr die Gleichgültigkeit in den Gemeinden gegenüber der Sünde, die dadurch entsteht, dass man sich so sehr von einem guten Vater im Himmel geliebt und angenommen fühlt, dass negative Folgen des eigenen Handels ausgeschlossen werden. Ich erinnere mich aber an den Gott Israels, der sich am brennenden Busch als der „Ich bin, der ich bin“ oder anders übersetzt „Ich werde sein, der ich sein werde“ seinem Diener Mose offenbart hatte, um ihn daraufhin auf dem Weg nach Ägypten beinahe zu töten, als Zippora den gemeinsamen Sohn noch nicht beschnitten hatte.

Hier und jetzt verlangt der Herr nicht von uns, dass wir unsere Vorhäute in einem blutigen, fleischlichen Bund beschneiden, sondern er erwartet eine geistige Beschneidung unserer Herzen (Römer 2, 28-29 und Kolosser 2, 11-13). Dabei gilt es den alten Menschen mit seinem sündigen Fleisch abzulegen. Galater 5 vergleicht treffend die Werke des Fleisches mit der Frucht des Geistes. Ich möchte nun keinen Katalog aufstellen, was man als Christ tun darf und was nicht. Unsere Beziehung zu Jesus sollte so stark sein, dass wir von ihm hören, wenn ihm etwas nicht gefällt, und dann die Sache sein lassen. Z.B. was würde er zu Dir sagen, wenn er mit Dir gemeinsam Deine Lieblingsfilme anschaut oder Deine favorisierten Songs anhört.

Vor ein paar Jahren sah ich in einem Traum eine Gemeinde, die sich wie in einem Kino Filme mit Gewalt- und Sexinhalten in einem Gottesdienst anschaute und dabei nichts Böses sehend sämtliche Warnsignale ignorierte. Ein paar Besucher sind in dem eindrücklichen Nachtgesicht protestierend aufgestanden und gegangen bis die Versammlung förmlich explodierte. Besonders eindrücklich für mich war nach Jahren wieder die Glocken von AC/DC’s Hell’s Bells, und zwar als Einleitung des ganzen, zu hören. So etwas würde man heute doch nie in der Kirche spielen, oder?

Im Brief an die Korinther beklagt sich Paulus über die Duldung der sexuellen Beziehung eines Gemeindemitglieds mit der Frau des Vaters. Für ihn gibt es kein Zweifel, dass diese Unzucht bestraft werden muss. Doch was verstehen wir neuerdings überhaupt noch unter Unzucht? Immerhin schützen wir unsere schutzbefohlenen Kleinkinder vor den pädophilen Übergriffen geistesgestörter Erwachsener, wobei wir unseren pubertierenden Teenagern in der Schule predigen, dass es für eine gesunden Entwicklung erstrebenswert ist, so früh wie möglich sexuelle Erfahrungen zu sammeln.

Wie dem auch sein. Typisch für Glaubensgruppen, die unter die Kontrolle der listigen, alten Schlange gekommen sind, ist unzweifelhaft, dass Kinder unter dem Deckmantel der Liebe sexuell missbraucht werden, wie von Sektenmitglieder aus den USA zu hören war. Frühere Freunde von mir haben sich in ihrer neuen Liebesgemeinschaft im Bayerischen Wald gegenseitig so gern, dass der Ehebund aufgehoben werden kann, weil man zuallererst mit Jesus verheiratet ist. Zu missverständlichen Auslegungen der Liebe Gottes führt oft, dass in unserem Sprachgebrauch das Wort Liebe nicht mit den biblischen Begriffen im Urtext – nämlich Agape, Philea und Eros – unterschieden wird. Das soll heißen, wer sich gedanklich nur auf der Ebene der körperlichen Begierde befindet, kann keinesfalls Gottes Liebe für seine Handlungen beanspruchen.

Warum meine ich aus aktuellem Anlass, dass die überstrapazierte Liebe Gottes mit Eros verwechselt wird?

Als in den Medien viel berichtetes Beispiel betrachte ich den Star, der den hebräischen Yeshua an seinem Herzen trägt und ein Bildnis von Jesus auf die Wade eintätowiert hat. Der viel geliebte Sänger ist gläubig und besucht gelegentlich den Gottesdienst eines Gastsprechers meiner Gemeinde. Mit Auszeichnungen überhäuft und von weiblichen Fans verehrt, verkündigt er selbst der König zu sein und zeichnet auf seinen Arm ein Herz der Liebe für seine Beliebers. So nimmt es nicht Wunder, dass ein weiblicher Fan mit dem unter die Haut gestochenen Jesus Christus Herz auf dem Arm das geheime Zusammentreffen kichernd mit dem Handy fest hält.

Seitdem der Gerechte – so wird sein Vorname übersetzt – sich von seiner berühmten Schauspieler-Freundin getrennt hat, nimmt er sich erst Recht die Freiheit mit anderen hübschen Frauen die Nacht zu verbringen. Nicht arm, mietet Mann sich einen Nachtclub in dem sich die Tänzerinnen vor versammelter Mannschaft ausziehen, und wenn neugierige Fotografen zu aufdringlich werden, lässt man sich in der eingewickelten Decke „unsichtbar“ von den Leibwächtern aus einem anderen Edel-Etablissement tragen.

Heute wundert sich auch niemand in der Familie darüber, dass man der Oma zum Erntedank ein nacktes „I love you grandmaaa!“ Gitarrenständchen singt, geschweige denn, dass der coole Pastorenfreund aufsteht und ein kritisches Wort über diese Art der zur Schau stellenden Liebe verliert. Wer populär sein will, hält für die Bewunderer die gemeinsamen Gebetstreffen auf Instagram fest und tauscht gut nachvollziehbare Nettigkeiten über Twitter aus. An einem Graffity Gebetsaufruf für die Philippinen mag ich auch nichts schlechtes finden, allein, ich schaue schon mal kritisch auf künstlerisch dargestellte betende Hände, und mir gefällt schon gar nicht die Symbolik des Pentagramms.

Kurz gefasst lauten die Worte des Meisters: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“

Und zusammen gefasst ist bekanntlich das größte christliche Gebot Gott zu lieben und gleichfalls seinen Nächsten zu lieben, was keinesfalls in Unzucht enden sollte.


 

Deutschland hat die Wahl

In Kürze schließen die Wahllokale, so dass viele Mitbürger gespannt auf die Ergebnisse der ersten Hochrechnungen warten. Wer wurde wohl gewählt?

Merke auf – es deutet alles darauf hin, dass die engelhafte Mutti, die eigentlich gar keine ist, mit wem auch immer wieder ans Ruder kommt. Die liberale Frage lautet eher: Wer hat es geschafft, und wer hat es diesmal nicht in den Bundestag geschafft? Schließlich haben wir eine 5% Hürde.

Aus diesem Grund hätte ich eigentlich gar nicht zur Wahl gehen müssen. Denn die Partei, die von mir in der rechten Spalte ein Kreuzchen bekommen hat wird in den ersten Wahlrechnungen gar nicht erwähnt werden. Bibeltreu parteiisch betrachtet spielt es für mich Christ sowieso keine Rolle wer gewonnen hat. Andere Bürgerinnen und Bürger gehen schon gar nicht zur Wahl, weil sie zu frustriert über die Alternativen für Deutschland sind.

So oder so misslich fühlte sich schon der große Prophet Samuel in Israel, als das Volk vor Jahrtausenden unbedingt einen eigenen König haben wollte. Äußerst lehrreich ist wie Gott die ganze Sache gesehen hat:

Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht soll König über sie sein. Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, und sie mich verlassen und andern Göttern gedient haben. So gehorche nun ihrer Stimme. Doch bezeuge ihnen und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird.

Und Samuel sagte alle Worte des HERRN dem Volk, das von ihm einen König forderte, und sprach: Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen zu seinem Wagen und zu Reitern, und daß sie vor seinem Wagen her laufen, und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig und zu Ackerleuten, die ihm seinen Acker bauen, und zu Schnittern in seiner Ernte, und daß sie seine Kriegswaffen und was zu seinen Wagen gehört, machen. Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Salbenbereiterinnen, Köchinnen und Bäckerinnen seien. Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und seinen Knechten geben. Dazu von eurer Saat und euren Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern und Knechten geben. Und eure Knechte und Mägde und eure schönsten Jünglinge und eure Esel wird er nehmen und seine Geschäfte damit ausrichten. Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müßt seine Knechte sein. Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird der HERR zu derselben Zeit euch nicht erhören. 1. Samuel 8, 7-18

Dem sollte auch heute nichts zuzufügen sein, jedoch fällt mir eine aufschlussreiche Begebenheit während des Wahlkampfs ein. Angela Merkel besuchte meine pietistischen Brüder in Schwäbisch Gmünd und wurde von deren Api-Chef Steffen Kern im Christlichen Gästezentrum Württemberg herausgefordert sich für die christlichen Werte im Bezug auf den Schutz des Lebens, die religiöse Freiheit von verfolgten Christen in anderen Ländern, und den Schutz des biblisch begründeten Familienbildes stark zu machen.

„Die CDU ist offen für alles“, erklärte Merkel. Der Grundkanon christlicher Werte stehe zwar nicht zur Disposition. Aber er müsse sich „der Lebenswelt stellen“, auch wenn das zu Unstimmigkeiten und Diskussionen führe. „Die Bibel kann kein Handbuch für die Gestaltung heutiger Politik sein.“http://www.welt.de/politik/deutschland/article118013376/Vor-Gott-bin-ich-Mensch-nicht-Kanzlerin.html

Besonders der letzte Satz aus dem Munde einer evangelischen Pfarrerstochter sollte nicht nur die 1200 Zuhörer im Haus Schönblick nachdenklich stimmen.

Wem wollen wir gehorchen, und wen haben wir verworfen?

Für mich kann eine Aussage kaum antichristlicher sein als die oben getroffene. Gott hat also nichts mehr zu sagen in den Dingen die eine Nation und ein Land angehen (Politik), weil sein Wort in der Lebenswelt keine Rolle mehr spielt.

Genau mit diesem Problem befassten sich immer wieder die Propheten des Alten Testaments, indem sie das Volk Israel davor warnten was passiert, wenn sie sich von dem Gesetz Gottes (der Tora) abwenden. Nun ist die Bibel mit den Berichten über die guten und schlechten Könige auch ein Geschichtsbuch, das die Folgen der Abkehr von Gott dramatisch und warnend beschreibt.

Deshalb braucht sich in Zukunft in Deutschland niemand zu wundern, wenn anstelle des angestrebten Wirtschaftswachstums und der Stabilität geldpolitisch alles den Bach runter geht. Schuldentechnisch ist gemäß 172 protestierenden Professoren das Kind in Europa sowieso schon längst in den Brunnen gefallen, und nichts mehr zu retten, was zu retten ist. Allein fehlt es bei den heutigen, im Geld schwimmenden Pharisäern, die in ihren Verträgen überdies eine Neuverschuldung immer wieder verbieten, an dem Mut den eigenen Bankrott, sprich die eigene Schuld einzugestehen.

Umso dicker wird das Ende, und daran ändert auch die Wahl nichts mehr, ganz egal ob wir eine Frau oder einen Mann als Kanzler haben.

Dem entgegen lautete das Bekenntnis, für das viele Christen in der Urgemeinde mit dem Leben bezahlten, schlicht und einfach:

„Jesus ist der Herr!“

Ich kann mich nicht daran erinnern, dies jemals aus dem Munde unserer Politiker gehört zu haben – oder können sie es?


 

Ungerechtigkeit, die zum Himmel stinkt

Es gibt Menschen, die lebenslang im Gefängnis sitzen, für einen Mord, den sie nie begangen haben. Schlimmer noch werden vermeintliche Straftäter selbst mit dem Tode bestraft, obwohl sie nichts Böses im Schilde führten. Es gibt sie, die bedauernswerten Justizirrtümer, denn bekanntlich ist Irren menschlich und die Lüge von der Wahrheit schwer zu unterscheiden.

Ein schwacher Trost für die ungerecht behandelten Seelen mag sein, dass es ein höheres Wesen als denn Rechtsstaat gibt, welches einmal alles ans Licht bringt, um im Himmel einmal ein gerechtes Urteil zu fällen. Nun muss nicht jeder Leser meinen Glauben über den Gott der Bibel teilen und kann sich trotzdem beim Studieren der Zeilen weiterbilden.

Das eigene Gerechtigkeitsempfinden funktioniert doch gerade so, dass wir Mitmenschen bemitleiden denen Übel mitgespielt wurde, ohne eine Wiedergutmachung erfahren zu haben. Ich finde es nicht schwierig, sich in die Lage des Nächsten zu versetzen, und sich für dessen Sache einzusetzen. Umgekehrt wollen wir die Bösen bestraft sehen, die zu unrecht auf freiem Fuß sind. Der Lehrer Horst Arnold saß fünf Jahre im Gefängnis und wurde zwei Jahre zwangspsychiatrisiert für eine Vergewaltigung bei der es keine Beweise gab. Seine unglaubwürdige Ex-Kollegin muss sich justament als vermeintliches Opfer selbst vor Gericht verantworten, was dem Hingeschiedenen schwerlich Genugtuung geben wird. Im altertümlichen Lehrstück des Propheten Daniel rettet sein kluges Kreuzverhör die schöne Susanna vom Tode und überführt hingegen zwei alte, geile Richter der Lüge. Aktuell beschäftigt mich in diesem Zusammenhang besonders stark der Fall des Gustl Mollath:

http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-der-fall-mollath?documentId=15028746 und

http://www.gustl-for-help.de/

Die größte Manipulation ging mutmaßlich von der Ex-Frau aus, die neuerdings professionell als Geistheilerin die Auflösung von Seelenverbindungen herbeiführt. Etwas an dem Fall scheint wirklich wie verhext zu sein, und im Hintergrund scheint es nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn man die Fernsehreportage genau verfolgt. Besonders aufschlussreich finde ich den neuesten Artikel über eine Befragung im Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-nuernbergs-seltsame-rotarier-1.1688300

Ich zähle eins und eins zusammen und erhalte einen rotarierenden Oberstaatsanwalt mit Verbindung zur HypoVereinsbank und ein Handball trainierender Richter der offensichtlich befangen ist, weil er sich in der Verhandlung jedes anklagende Wort über das Kreditinstitut verbietet. Wie man weiß soll uns das Bankgeheimnis schützen.

Seltsamerweise beschäftigte die Staatsanwaltschaft und das Gericht lange überhaupt nicht die Auswechslung bzw. Suspendierung mehrerer Vermögensberater der Nürnberger HVB Mannschaft. Als Wissens hungriger Bankfachwirt finde ich es besonders spannend folgendes Revisionsprotokoll zu lesen:

http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/hvb-revisionsbericht-mollath-100.html

Das hat schon etwas von einem Krimi mit welcher krimineller Energie hier vorgegangen wurde. Bei den festgestellten Straftatbeständen handelt es sich wahrscheinlich längst nicht um das Ende der Fahnenstange. Eine Ahndung der “Verbrechen” fand jedoch überhaupt nicht statt. Die Bank hat natürlich großes Interesse daran nicht in Verruf zu geraten und desgleichen der Club der vermögenden Eins-A-Promi-Kunden. Das Hauptproblem bei der ganzen Angelegenheit war wohl oder übel, dass man kein rotes Tuch hissen wollte, jetzt aber umso mehr durch eine undichte Stelle mit negativer Publicity beschossen wird. Irgendwann gerät fraglos alles in Vergessenheit, und die meisten Bankdaten werden sowieso nach zehn Jahren gelöscht, sollte man denken. Also sitzt man die Sache aus, wo es nur geht, und setzt bewusst oder unbewusst gemeingefährliche Nestbeschmutzer in der Psychiatrie fest.

Dass man den Luft heraus lassenden, mittellosen Waffenbesitzer Gustl Mollath nach Bekanntwerden von zahlreicher Entlastungshinweisen immer noch nicht freigelassen hat geht allerdings über mein Vorstellungs- und Urteilsvermögen. Scheinbar kann und darf es Fehler bzw. Rechtsbeuger im Justizwesen gar nicht geben. Was will man auch zur Bayerischen Ministerin sagen, die als Dienstherrin und Paragraphenreiterin immer noch unbeirrt behauptet hier wären alle Gesetze richtig angewendet worden. Vielleicht, a bissl mehr zum Schutz der Oberen Zehntausend – amenda nicht, a weng zum Leidwesen und zur Bestrafung des aufmüpfigen kleinen Mannes.

So sollte niemand Wunder nehmen, wenn das Vertrauen an den Rechtsstaat weiter verloren geht.

Ich schließe mit zwei ergänzenden Bibelversen:

Und Jesus antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott! (Mk 11,22)

So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. (Joh 1, 12)


 

Legalisierte Tötung

Nun ist es also amtlich. Laut einem Dokument des US-Justizministeriums ist sogar das Töten eigener Bürger erlaubt und legal, wenn diese eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Dazu benötigt der Rechtsstaat nicht einmal einen richterlichen Beschluss, sondern lediglich die Anordnung eines hohen, mit der Angelegenheit vertrauten Regierungsmitarbeiters. In der Praxis funktioniert die gezielte Tötung – als letzter Ausweg um Leben zu retten – mit einem Knopfdruck am Computer, wie bei einem abscheulichen, virtuellen Killerspiel. In Wirklichkeit wird tausende Meilen entfernt ein kaum wahrnehmbare Drohne am Himmel ferngesteuert, die mit mörderischer Präzision eine Rakete ins anvisierte Ziel abfeuert, ohne das Leben der eigenen Streitkräfte in Gefahr zu bringen.

Wen stört es schon in der Heimat, dass so in den vergangenen zehn Jahren etwa 3000 Menschen in fernen Landen gezielt den Tod fanden. Nun ist mit dem radikalen Imam Anwar al-Awlaki erstmals nachweislich ein US-Bürger im Jemen zu Tode gebombt worden, weshalb sich der designierte CIA-Chef John Brennan im Senat vor kurzem unbequeme Fragen gefallen lassen musste. Doch der neu vereidigte Terrorexperte ging bestens vorbereitet in die öffentliche Anhörung, um in charmant-witzigen Kommentaren die Notwendigkeit der eigenen Werkzeuge als Mittel zum Zweck zu rechtfertigen. Schließlich verteidigte er einst ebenso erfolgreich den militärischen Standpunkt das „Waterboarding“ (simuliertes Ertränken) sei keine Folter. Ohnehin war er nicht selbst für die Entscheidung dafür zuständig und eher geschockt bei der Lektüre des unveröffentlichten Senatsberichts über die brutalen Abhörmaßnahmen.

In Zukunft will der Geheimdienstchef für mehr Transparenz sorgen, ohne die Effizienz der eigenen Programme zu gefährden. Pflichtbewusst steht er deshalb den Mitgliedern des Geheimdienstausschusses hinter verschlossenen Türen für eine weitere Befragung zur Verfügung. Dann sollte ja weiter nichts schief gehen.

Gemäß dem Motto „Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür“ mache ich einen kleinen Schwenk nach Deutschland, bzw. ferner an den Hindukusch, wo bekanntlich unsere Sicherheit und Freiheit verteidigt wird. Gewiss, wir Deutschen haben einst gelobt nie wieder Krieg führen zu wollen und ganz und gar nicht unsere lediglich zur Verteidigung dienenden Soldaten der Bundeswehr mordend in ferne Länder zu entsenden. Dummerweise sind in Kunduz bei der von Deutschland angeforderten US-Bombardierung zweier gekidnappter Tanklaster tatsächlich Kids umgekommen. Umso größer war der moralische Aufschrei im Deutschen Bundestag als bekannt wurde, dass Verteidigungsminister Jung bewusst Informationen vorenthalten hat oder gar gelogen habe. Solche Leute sind in Politik und im Parlament natürlich untragbar. Freilich, der aufklärende Verteidigungsausschuss und die Bundesanwaltschaft kamen in ihren Ermittlungen zum Schluss, es sei weder gegen die Vorschriften des Völkerstrafgesetzbuches noch gegen die Bestimmungen des Strafgesetzbuches verstoßen worden. So viel zu Oberst Klein und unserer eigenen Moral.

Mich erinnert diese kleinkarierte, moderne Heuchelei an einen Vorwurf von Jesus an die Pharisäer im Neuen Testament: „Ihr verlasst die Gebote Gottes und haltet die Satzungen der Menschen ein!“

Doch unsere eigenen Worte und unsere Gerechtigkeit werden uns einmal richten. Gerade in der deutschen Rechtsphilosophie ist die Würde des Menschen unantastbar. Aber wie sieht es heutzutage aus mit dem Schutz des Lebens? §1 BGB regelt bekanntlich, dass man Bundesbürger und somit Träger von Rechten und Pflichten mit der Geburt wird. Ich gehe jetzt nicht auf die abgesprochene Rechtsfähigkeit von ungeboren Menschen ein, obgleich ich Abtreibung für den größten legalisierten Tötungsakt in der Menschheitsgeschichte halte. Die führenden Köpfe im Bundestag plagen ganz andere Sorgen als gewaltsam erzwungene Schwangerschaftsabbrüche, von wem auch immer verordnet, so wie weit entfernt in China. Denn was wäre hier und heute, wenn ein Flugzeug von Terroristen entführt würde, um in einem Anschlag über dem Reichstagsgebäude zum Absturz gebracht zu werden? In diesem Fall bekommt das Militär die Erlaubnis die Passagiermaschine abzuschießen, auch wenn unschuldige Zivilpersonen dabei zu Tode kommen (Luftsicherheitsgesetz 2010). Oder was tun wenn zukünftig wütende Bürger auf den Plätzen und Straßen demonstrieren, so dass es zu Aufständen kommt? Dann dürfen notgedrungener maßen Panzer auffahren und die Bevölkerung unter Beschuss nehmen (legalisierte Tötung im Lissabon-Vertrag). So hört sich moderne Logik verknüpft mit europäischer Rechtsprechung an.

Dem Prediger ist bekanntlich alles eitel, und anscheinend gibt es nichts neues unter der Sonne. Um nochmals auf die Bibel zurückzukommen: Einige Juden maßten sich an Jesus zu steinigen, weil er ein Mensch sei, der sich zu Gott macht. Zum Schutz ihrer eigenen Satzungen und Gebote erhoben sie sich als Richter über Leben und Tod und machten sich damit selbst zu Göttern. Kommt uns dieses Schema nicht bekannt vor?

Ich meine, dass es sich die selbe Systematik heutzutage in der Legalisierung von gezielten Tötungen, nicht durch Steinwurf, sondern durch Flugobjekte am Himmel, wiederholt. Wenn dabei Abdulrahman, der sechzehnjährige Sohn des vermeintlichen Terroristenführers al-Awlaki, beim Essen im Restaurant von einer ferngesteuerten Drohne hinterrücks ermordet wird, spricht man im militärischen Fachjargon von „Collateral Damage“, unbeabsichtigtem Kollateralschaden: „Oh, Verzeihung, da haben wir wohl einen unschuldigen, minderjährigen US-Bürger mit ins Jenseits befördert. Warum treibt er sich auch da im Jemen herum? Entschädigung – wo kommen wir denn da hin – schließlich befinden wir uns im Krieg gegen den Terror.“ Einen solchen Zynismus gibt es in Wirklichkeit nicht, oder?

Ins Visier genommene Kriegsberichterstatter kommen in WikiLeaks zum Schluss militante US-Himmelfahrtskommandos mit dem Begriff „Collateral Murder“ (kollateralen Mord) zu brandmarken. Die Weitergabe von nachfolgendem realen Horrorvideo hat für Angehörige der Armee lebenslange Haft zur Folge. Dabei wird die wahnsinnige Besatzung des Kampfhubschraubers, die letztendlich einen Hilfe leistenden Vater mit seinen Kindern in Bagdad unter tödlichen Beschuss nahm, nach allen Vertuschungsversuchen noch heute von jeglicher Schuld freigesprochen:

http://www.youtube.com/watch?v=5rXPrfnU3G0

Wollen wir in diesem Fall überhaupt die Sprache der Bilder und mit uns verbündeten Besatzer verstehen?

„Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie Leben und das volle Genüge haben“, ist die unmissverständliche göttliche Weisheit ausgesprochen vom Retter der Welt in Johannes 10 Vers 10.

Die Teufel leugnende, aufgeklärte, humanistische Denkweise formulierte statt dessen 10 neue, unveräußerliche Grundrechte, nämlich in Form der 10 Zusatzartikel aus dem „Bill of Rights“, die dann trotzdem laut internen Dokumenten des Justizministeriums nicht eingehalten werden müssen. Die unverschämte Praxis der Internierung ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren verstößt nicht nur laut Distrikt-Gerichten gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten, aber was nützt es schon, wenn sich selbst die ganze Welt für die Einhaltung der Genfer Konventionen ausspricht? Nie enden wollende Kriege bedingen halt ein schmutziges Handwerk: Liebe NATO-Verbündete, bitte schickt mehr Soldaten zur Unterstützung! Mit militärischen Ehren empfangen, sowie mit der höchsten zivilen Freiheitsmedaille dekoriert, könnte sich die umgarnte Angela Merkel im Weißen Haus 2011 beim Friedensnobelpreisträger Barack Obama für die Schließung des Gefangenenlagers in Guantanamo aussprechen, und dieser darf als Rechtsanwalt für den kleinen Mann bereits 2009 selbst anordnen, dass das rechtsfreie Militärgefängnis so früh wie möglich, spätestens nach einem Jahr beendet wird. Und jetzt?

Wo ist unsere zivilisierte Gesellschaft mitsamt deutsch amerikanischer Freundschaft angelangt? Meine Antwort zum Schluss aus aktuellem Anlass lautet:

Bei der legalisierten Tötung von Kindern per Joystick, bei welcher der in sicherer Entfernung befindliche, erwachsene Mörder keine Strafverfolgung durch den eigenen Staat, der hingegen Unschuldige weiter im Gefängnis sitzen lässt, zu befürchten hat.

PS: Um die Sache festzuzurren könnte man den hinterhältigen Killern zur Erleichterung des Gewissens zusätzlich noch einen Orden umbinden.


 

Die höchste Auszeichnung

Jassir Arafat ist tot, Barack Hussein Obama lebt und die EU (der Euro) wird gerade so am Leben gehalten.

Nun denn, was haben sie seit heute alle drei gemeinsam?

Allesamt haben den Friedensnobelpreis erhalten!

Zukünftige Historiker könnten einmal vermuten, dass dieser aktuelle Blog-Beitrag am ersten April geschrieben wurde, doch bedauerlicherweise schreiben wir den 12.10.2012.

Bekanntlich vergisst das Internet nichts. Würde ich jetzt dazu auffordern den Verstand einzuschalten, um über die Entscheidungen der Mächtigen zu meditierenen, könnte dies mich früher oder später als Hofverräter den Kopf kosten. Mich nicht zu den Verschwörungstheoretikern rechnend, überlasse ich dem sich weiterbildenden Leser, ob er über eine sich abzeichnende Weltregierung, New World Order, Bilderberg und EU-Diktatur Recherchen anstellt oder nicht.

Darum lasse ich das Europäische Parlament selbst sprechen und zitiere aus der offiziellen Webseite die mir spanisch vorkommende Abgeordnete Rosa Maria Díez González:

„Ich weiß, es ist vielleicht utopisch und schwierig, und das ist es wirklich, aber wie Guy Verhofstadt uns zurief, als er die Europäische vorhergehende Ratspräsidentschaft übernahm: ‚Wer nicht an Utopie glaubt, verdient es nicht, Europäer genannt zu werden!‘

Da haben wir stolzen Europäer also einen leibhaftigen, lebendigen, belgischen Glaubenshelden, der die Auszeichnung persönlich entgegen nehmen könnte. Nun habe ich noch nichts darüber gefunden wer alles zur Preisverleihung kommt, dafür sind José Manuel Barroso, Angela Merkel, Martin Schulz und Helmut Kohl voll des Lobes und tief bewegt über die kluge, wunderbare, weitsichtige, ehrenhafte Entscheidung für den größten Friedensstifter der Geschichte.

Ob das die dahinschwindenden griechischen Philosophen genauso erörtern? Bleibt zu hoffen, dass unser getragenes größtes Sorgenkind – der Euro – nicht genauso untergeht, wie der verblichene niederländische Präsident der EZB, der sinnigerweise stellvertretend den Karlspreis 2002 entgegennahm.


 

 

Ode an die Freude

So richtig will heute keine Freude aufkommen, jedenfalls nicht bei den deutschen Fußballfans nach dem verlorenen Halbfinale gegen Angstgegner Italien. So erwähnt selbst der Schulleiter in seiner Ansprache die depressiven Stimmung, die er am Morgen antraf. Beim nachmittäglichen Schulfest der Grundschule lässt man sich so etwas nicht länger anmerken. Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ ist das willkommene Instrumentalstück zur musischen Zerstreuung. Meine mittlere Tochter übt schon wochenlang zuhause auf der Trompete und in gemeinsamen Proben mit dem Schulorchester. Als Bachfan bin ich der klassischen Musik gegenüber nicht abgeneigt, vor allem, wenn die gute Nachricht damit verbreitet wird. Darum interessiert mich der geistliche Hintergrund von Beethovens Musikstück, das scheinbar den lieben Vater über dem Sternenzelt zum Inhalt hat.

Den Text von „Ode an die Freude“ haben wir einer anderen deutschen Berühmtheit zu verdanken. Friedrich Schiller schrieb im Sommer 1785 das Gedicht auf Bitten seines Freundes Christian Gottfried Körner für die Tafel der Freimaurerloge „Zu den drei Schwestern“ in Dresden. Damit ist für mich klar, dass mit der angestrebten Brüderlichkeit für die Millionen, nicht das von Jesus Christus verkündigte Himmelreich gemeint ist, zumal mit den Töchtern aus Elysium immer wieder die Insel der Seligen aus der griechischen Mythologie angesprochen wird.

Mit dem nächsten Lied „Europa – Kinderland, wir geben uns die Hand“ wurde von den Schülern das Motto des Sommerfests besungen, und selbstverständlich passt dazu der Beginn mit der Europahymne. Vorgeschlagen wurde die europäische Hymne „Ode an die Freude“ nicht zuvörderst von der dirigierenden Lehrerin meines Kindes, sondern von langer Hand, im Jahr 1955, vom Freimaurer und Begründer der Paneuropa-Bewegung Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi. Dessen Idee von einem wirtschaftlich und politisch geeinten, friedlichen Europa mag so schlecht nicht sein, allein in der Durchführung sind sich die politischen Köpfe nicht einig, was der jüngste EU-Gipfel in Brüssel beweist. So kämpft man sich, die eigenen Vorteile behauptend, von einigen Beschlüssen zum nächsten Fiskalpakt, bei denen so ziemlich alle zuvor aufgestellten Regeln und Tabus gebrochen werden.

Ich kämpfe mich, mit der 9-monatigen Tochter auf dem Arm, von einem schwülen Klassenzimmer ins Nächste, um bei der „Die Bauwerke Europas“- Ausstellung zu landen. Unsere Playmobilfiguren aus dem Hobbyraum mussten für einen Gladiatorenkampf im Pappmaschee-Kolosseum herhalten. Ist ja nett, wenn die Grundschüler Eiffel- und schiefe Türme bauen oder die Quadriga auf dem Brandenburger Tor nachstellen. Nicht jeder Papa wird sich gleich fragen, welche Sieg versprechende Philosophie dahinter steht. Eher herum gesprochen hat sich die Nachbildung des Turms zu Babel in Form des Straßburger Parlamentsgebäudes:

http://derloewebruellt.blogspot.de/2010/10/der-turmbau-zu-babel.html

Man könnte alles für einen architektonischen Zufall halten, falls es nicht das „Viele Sprachen, eine Stimme“- Plakat des Europäischen Rats in Frankreich gebe. Was für einen kulturellen Spaß machen sich hier welche Leute? Der Turmbau zu Babel steht grundsätzlich für das vereinte menschliche Vorhaben, sich Gott mit eigenem Vermögen zu nähern. Die ganze Verwirrung war laut biblischem Bericht zum Scheitern verurteilt.

Der Prophet Daniel sieht ein goldenes Standbild, dessen Füße aus Eisen und Ton bestehen. Ein teils starkes und teils zerbrechliches Königreich lässt sich nicht dauerhaft im Gemisch von Eisen und lehmigem Ton verbinden. Die Frage ist, wie lange noch die zehn Zehen stehen bleiben, bis das ewige Königreich Gottes kommt.

Die Rettung Europas und des Euros betreffend, liest man heute vor allem von Banken und Staaten, die durch immer neue Gesetze vom Untergang bewahrt werden sollen. Von einer gesamtschuldnerischen Haftung will unsere wieder zu wählende Kanzlerin Angela Merkel so lange sie lebt nichts wissen. Dabei leert sie im Rekordtempo das Portemonnaie der deutschen Steuerzahler, die sich das auf Dauer nicht gefallen lassen und sich erst recht die D-Mark zurück wünschen. Nationale Interessen stehen eben über der europäischen Idee.

In der Europameisterschaft wird gerade das abweichende Leistungsvermögen von Ländern aufgezeigt. Dabei mögen die Unterschiede im Fußball zwischen Griechenland und Deutschland nicht so groß sein wie in der Wirtschaft. Es wird immer fraglicher, ob die Griechen ihre zwei Euro Münze, mit der auf dem Stier reitenden Frau, weiter in die Hand nehmen können. Europa wird in der Story vom Stier entführt und auf einer Insel von Zeus vergewaltigt. Diese Darstellung findet sich auch in Zeitschriften und sogar in Skulpturen vor Straßburger und Brüsseler EU-Gebäuden:

http://signsofthelastdays.com/archives/europe-rides-the-beast-official-eu-symbols-tells-us-what-the-elite-plan-to-do-to-all-of-humanity

Sind wir Menschen in unserem humanistischen Denken tatsächlich so dumm uns symbolisch unser eigenes Grab zu schaufeln? Falls der Euro zusammenbricht und Wirtschaftssysteme zerfallen, sollten wir Gott nicht wie üblich die Schuld geben. Wie wäre es statt dessen mit einer Lobbyisten-Anfrage bei einem russischen Wundertäter? Beim Heiligen Nikolaus strömte bekanntermaßen ein dreistelliger Millionenbetrag in die Stiftung. Aber im Vergleich zum Billionen schweren Euro-Rettungsschirm, können davon höchstens ein paar steuerbegünstigte Gebäude und verwaiste Denkmäler finanziert werden.

Zum Anfang meiner Anmerkungen zurück kehrend, gibt es ein besonderes schulmeisterliches Mittel, um die Stimmung nach der Niederlage zu erhellen. Ich schlage allen involvierten Brüdern vor, sich zu einem Logenfestmahl zu vereinigen, und als letzten Zauber, ein gemeinsames „Ode an die Freude“ anzustimmen.


 

Zur Wahl des Bundespräsidenten

Der 18. März ist ein historischer Wahltag für alle Bundesbürger, die von diktatorischer Herrschaft bestimmt wurden. 1228 Wahlmänner oder Wahlfrauen aus Prominenz und Politik haben sich aus freien Stücken in Berlin zu einer Wahlversammlung zusammen gefunden.

Das wiedervereinte Deutschland ist glücklich. An diesem schönen Sonntag wurde Joachim Gauck mit 991 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt. Selbst die Stimmen fangenden Linken sind in der Schöneberger Gasometer Talkrunde von Günther Jauch zufrieden, obwohl Sie mit der deutlich unterlegenen Verbrechensjägerin Beate Klarsfeld eine andere Kandidatin aufgestellt haben. In der Tagesschau kaum wahrgenommen wurde die Meinung der verfassungsrechtlich zu verbietenden NPD. Der bemitleidenswerte Historiker Olaf Rose und seine reduzierten V-Leute konnten wiederum an einer Hand abzählen, dass ihre Kundgebungen unerwünscht sind.

Hoffentlich kommt jetzt niemand auf die Idee, dass der schreibende Blogger ein rechtsextremer Sympathisant ist. Meine aktuellen Kommentare sind eher dem religiösen Umfeld zuzuordnen. Und dieses ist dito rundherum begeistert vom erstmals gekürten Pfarrerpräsidenten. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden Dieter Graumann vertraut auf die neue moralische Instanz, die sich gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzen wird. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zollitsch betont die hohe Glaubwürdigkeit im Kampf um Freiheit und Verantwortung. Und der EKD-Ratsvorsitzende Präses Nikolaus Schneider wünscht Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt, dass Gottes Segen sie alle Tage ihres Lebens leiten und begleiten möge, und sie in allen Erschütterungen und schwierigen Zeiten dem Wort Gottes trauen mögen.

Nun macht mich dieses Trauen auf das Wort Gottes geradezu misstrauisch. Trotz des Segens für gute und schlechte Zeiten des evangelischen Oberhirten für das präsidiale Paar handelte es sich eben nicht um eine Trauung. Mir fällt dazu folgendes aus meinem Lieblingsbuch ein:

Jesus spricht zu ihnen: Mose hat euch wegen eurer Herzenshärtigkeit gestattet, eure Frauen zu entlassen. Von Anfang an ist es aber nicht so gewesen. Ich aber sage euch, dass, wer immer seine Frau entlässt, außer wegen Hurerei, und eine andere heiratet, Ehebruch begeht. Und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.

Im Alten Bund spricht der Herr folgendermaßen über das Ver-Trauen in Menschen:

„Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom Herrn weicht.“

Ich wünschte mir Joachim würde dem Volk als Pastor, genau so wie Jeremia in Kapitel 17 Vers 5, die Leviten lesen. Leider habe ich bisher nie eine Bußpredigt von Gauck gehört. Sein literarisches Plädoyer gilt mehr der Freiheit und der Toleranz, die er selbst seit 20 Jahren in seinem Eheleben anwendet. Würde Joachim Gauck wie die Propheten über Sünden predigen, wäre er sowieso nicht auserwählt worden. Schließlich sind wir alle erwachsene Menschen mit eigener Meinung. Biblische Erziehungsmethoden lehnt die dazu befragte Wissenschaftlerin Dr. rer. nat. Merkel, die in zweiter Ehe mit dem Quantenchemiker Professor Sauer physisch zusammengetroffen ist, sowieso kategorisch ab. Protestantische Kreise in denen ich heute verkehre jubilieren über den Pfarrer als Präsident und die Pfarrerstochter als Bundeskanzlerin. Trauen und Treue sind zwar sprachlich miteinander verwandt, spielen aber in unserer Gesellschaft und offenbar auch in unseren Kirchen keine übergeordnete Rolle mehr, wenn es um Leiterschaft geht. Spiegelt das nicht unser treuloses Verhältnis zu Gott wieder, das im Alten Testament mehrmals in einem Sinnbild des Volkes Gottes als untreuen Ehefrau gebraucht wird? Wer zu Zeiten Paulus Bischof oder Ältester werden wollte, musste freilich Mann einer einzigen Frau sein, denn wer seinem eigenen Haus und Kindern nicht richtig vorsteht, soll die Gemeinde nicht führen. Ist das eine überholte Logik des Neuen Testaments?

Interessant war es zu beobachten, wie Christian Wilhelm Walter Wulff das Vertrauen der Bürger nicht nur durch fragwürdige Bild-Berichte, sondern auch durch sein eigenes Verhalten verspielte. Als geschiedener ausgeschiedener Moralapostel hätte er „besser die Wahrheit“ gesagt, als seine Anwaltsstrategie weiter zu verfolgen, nur Verfehlungen zuzugeben, die sowieso schon bekannt sind. So oder so richten uns unsere eigenen Worte. Der sich jüngst verlobende Förderer und niedersächsischer Busenfreund Carsten Maschmeyer macht derweil eine zweite Karriere als beichtender Buchautor. Für eine Gabe von 19,99 Euro können wir vom multiplen Investor in „Selfmade“ ganz unverhohlen lernen, dass es hauptsächlich menschliche Beziehungen sind, die einem im Leben weiter helfen und Erfolg bescheren. Eine Hand wäscht die andere!

Mannomann – wieviel Hände unser neuer Präsident schütteln durfte. Ich schaue mir im Fernsehen gerne genau den festen Händedruck und die herzlichen Umarmungen unter Brüdern an und frage mich, für was die Anstecknadeln an ihren Sakkokrägen stehen. Ganz offiziell vereint unseren alten und neuen Präsidenten ihre Zugehörigkeit zur Atlantik-Brücke e.V.; der gläubige „Young Leaders“-Alumnus Wulff hat sich freilich zurückgezogen, denn er benötigt Erholung und Läuterung bei Exerzitien im Kloster.

Dafür lobhudeln jetzt andere, wie der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel: „Joachim Gauck weiß, dass die Kluft zwischen Bevölkerung und demokratischen Staat immer größer geworden ist, und dass es darum geht diese Kluft zu überbrücken. Und er ist jemand der sagt, es wird neue Themen geben wie Europa und andere.“

Noch mehr Erstaunen versetzte bei mir der FDP-Bundesvorsitzende im Interview: „Ich fand es großartig. Alle die Hoffnungen, die wir in ihn gesetzt haben, hat er schon mit dieser ersten Rede erfüllt.“

Wer Dr. Philipp Rösler im Fernsehen sieht wird gut unterhalten. Bei seiner ersten Amtsrede als Parteivorsitzender eröffnete er: „Wenn Sie einen Frosch in heißes Wasser werfen, dann hüpft er sofort heraus. Wenn Sie aber einen Frosch in kaltes Wasser setzen und dann langsam die Temperatur erhöhen, wird er zuerst nichts merken und nichts machen, und wenn er etwas merkt, dann ist es zu spät für den Frosch.“

Triumphierend ließ der im Umfragetief steckende Rösler, in der Markus Lanz Talkshow, einen Vergleich von Angelika Merkel, als von ihm in der Telefonschaltkonferenz abgekochten Frosch, in der Präsidentenfrage zu. Dabei hatte sich die brüskierte Kanzlerin einst im Kinderkanal selbst gewünscht, als Kröte wieder geboren zu werden.

Liebe Kinder, ich versichere euch, dass sich auch umgekehrt Frösche niemals in Prinzen verwandeln, egal wie oft ihr sie küsst, und selbst die Hypothese des lauwarmen Abkochens kann im Biologieunterricht wissenschaftlich widerlegt werden.

Wenn Frösche schon nicht so dumm sind, warum hofft denn das mit den USA für immer und ewig freundschaftlich verbundene Deutschland, dass ein vermeintlich parteiloser Politiker dem beschädigten höchsten Amt seine Würde zurück gibt?

Ich finde es jedenfalls peinlich, wenn man seine im Schloss Bellevue nächtigende Lebensgefährtin aus Protokollgründen nicht in alle Länder zum Staatsbesuch mitnehmen kann, aber das kennt Mann bereits vom verheirateten Außenminister. Daniela Schadt, die bei der Nürnberger Zeitung als Journalistin für die Innenpolitik verantwortlich war, stellte dazu in BamS klar: „Nur aus protokollarischen Gründen zu heiraten, das fände ich auch nicht richtig“, und die Scheidungsfrage wertet die neue First Lady wie folgt: „Nachdem nicht nur Jochen und ich, sondern die ganze Familie mit unserer Regelung gut leben können, kann vielleicht auch der Rest der Gesellschaft damit leben.“

Moral und Ethik – hin oder her – wen störts? Dann kann „Michelle My Belle“- Obama beim ersten Empfang im Weißen Haus neben dem roten Teppich gleich das „I did it my way“ von Frank Sinatra für seine Atlantik Brücken bauenden Ehrengäste auflegen lassen.

Ein Pfarrer, der Brautpaaren bei der Trauung vor Zeugen und vor Gott das Versprechen abnimmt, in guten und schlechten Tagen die Treue zu halten, und selbst im Ehebruch lebt, findet vielleicht die Bestätigung seines Bischofs, aber niemals meine Zustimmung, auf die er in seinen Kreisen ja auch nicht angewiesen ist. >Das Ende<


 

Alle Jahre wieder Weihnachten?

„Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder wo wir Menschen sind.“

Dergestalt oder in Form eines fröhlichen Weihnachtsmannes stellt sich das alljährlich über Generationen nicht nur meine Grundschullektionen erhaltene Nichte vor. Sollte ich als singender, die Wahrheit preisender Patenonkel Gegenteiliges bezeugen und die traditionellen Texte verkehren, wäre es aus mit der stillen heiligen Nacht im familiären Kreis. „Oh Tannenbaum entzünde deine Blätter“, ein bisschen Feuer unter dem Dach hat schon manches friedvolle Weihnachtsfest entzaubert und für einer schönen Bescherung gesorgt. Folgendermaßen lautete die Drohung des Kerzen auslöschenden Bruders mich nicht wieder einzuladen, falls ich irgendwas zur Entgeisterung des Christkinds beitrage.

Zuhause angekommen ist Schluss mit der Geheimniskrämerei. Bei uns läuten sowieso die Alarmglocken im am Feuerwehrmagazin liegenden Haus. Demzufolge werden meine neugierigen Kinder und die fortschreitende Zeit genügend dazu beitragen, dass die Illusion um die Geschenke bei meiner lieben Verwandtschaft verschwindet.

Ob Illusion oder Magie, wer findet es nicht schön, sich zu Weihnachten oder an Geburtstagen von wem auch immer beschenken zu lassen?

Also woher kamen zuallererst die Christkind-Gaben?

Die allseits bekannte lateinischen Tradition aus dem 6. Jahrhundert macht aus drei Geschenken drei spendierfreudige Könige namens Caspar, Melchior und Balthasar, deren verknöcherter Feiertag am 6. Januar von den Sternsinger begangen wird. Gold, Weihrauch und Myrrhe sind nicht unbedingt verwesende Reliquien des Kölner Doms, sondern lassen sich im jüdisch geprägten Matthäusevangelium Kapitel 2 Vers 11 aufspüren. Um auf die biblisch fundierte Geschichte zurück zu kommen, handelte es sich um Magier aus dem Osten. Schrift gemäß folgten die Weisen einem Stern bis in ein Haus in Bethlehem, um einem lebendigen Kleinkind als kommenden König der Juden zu huldigen. Danach wollten die Sterndeuter, dem Kindermörder Herodes nicht mehr unter die Augen treten und machten sich auf einem anderen Weg aus dem Staub, wo auch immer sie herkamen. Psalm 72 und Jesaja 60 könnte Aufschluss darüber geben, dass Saba als heutiges Jemen oder gar Äthiopien ein Heimatort war, wogegen sich in Persien gerade die medischen Priester als Astronomen auszeichneten.

Aus der Gegend des Euphrats begab sich auch der störrische Prophet Bileam auf seiner rettenden Eselin auf die Reise zum gelobten Land. Von ihm stammte vor etwa 3000 Jahren eine in 4. Mose 24, 17 festgehaltene erstaunliche Vorhersage zum bekanntesten Geburtstagsfest der Menschheitsgeschichte:

Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich schaute ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob hervorgehen und ein Zepter aus Israel kommen …

Eigentlich sollte Bileam auf Geheiß des moabitischen Königs Balak dessen anrückende Feinde wiederholt verfluchen. Der bestechliche ungehorsame Wahrsager segnete jedoch Israel. Das tödliche Ende der Wege Bileams auf dem Schlachtfeld durch das Schwert der Israeliten macht mich weniger nachdenklich, als seine bösen Ratschläge Gottes Volk durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu verführen.

Wie konnte das gelingen und was hat das alle Jahre wieder mit Weihnachten zu tun?

Bereits vor langer Zeit begab sich der persische Sonnengott Mithras aus dem Osten von Indien her kommend in einem Siegeszug nach Rom. Kaiser Aurelian machte den 25. Dezember zum Feiertag des unbesiegten Sonnengottes Sol Invictus und Julius Cäsar soll mit seinem Kalender angeblich dazu beigetragen haben, dass genau in dieser Zeit die Wintersonnwende gefeiert wird. Davon nicht unberührt könnte Kleopatra am fünfundzwanzigsten Zwölften laut Wikipedia die Geburt des Gottessohnes Helios-Aion gefeiert haben, wobei hier zu viel Ra oder Re mit griechischen Mythen vermengt wird. Dafür lebt die ägyptische Religion der Sonnenanbetung heute noch durch den Obelisken auf dem Petersplatz auf, in dessen Sockel Cäsars Asche bestattet sein soll. Der den wahren Glauben bewahrende, gegenwärtige Pontifex Maximus (Oberster Priester) Papst Benedikt XVI. lehrte im Jahr 2008, der sich bekreuzenden Welt, dass das Weihnachtsfest mit der Wintersonnwende verbunden ist und der Petersplatz auch eine Sonnenuhr darstellt, auf welcher der Obelisk am 21. Dezember seinen längsten Schatten wirft. Von Utu bzw. Schamasch in Mesopotanien bis hin zum Julfest in Skandinavien wurde seit mehr als fünf Jahrtausenden in allen Erdteilen die Wintersonnwende baumeisterlich verherrlicht, wovon jedermann sich bei einem Besuch des mystischen Stonehenge-Steinkreises oder Licht durchstrahlten Newgrange-Grabes selbst überzeugen kann. Nun beerdige ich kurzerhand die weitere Auflistung von 50 verschiedenen Sonnengottheiten aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Epochen. Mittlerweile bewegen wir uns ja auf höherem geistlichen Niveau, wenn wir einmal die kleinen Wicca-Hexen-Sabbate, bei denen zahlreiche Feuer und Kerzen angezündet werden, beiseite lassen.

Die Schliche des keine wahre Erleuchtung bringenden Venus-Morgensterns und Engel des Lichts (Luzifer) haben sich gleichwohl nicht verändert und sind in Bileams Ratschlag der Vermischung der Völker und religiösen Gebräuche sichtbar. Die Jahwes zehn Gebote haltenden zwölf Stämme Jakobs konnten von Balak auf militärischem Weg nicht geschlagen werden, daher plante man die fremden Söhne mit den eigenen moabitischen Töchtern zu verführen, so dass sie fremden Göttern Opfer bringen.

Auf die Jahrhunderte nach Christus übertragen, ließ sich das Christentum vom Märtyrer verbrennenden Römischen Reich nicht besiegen, deshalb wurde es zur Staatsreligion mit dem Kaiser als obersten, Gesetz gebenden Führer erhoben. Der gewiefte Konstantin der Große änderte 321 n. Chr. sogar den Zeitpunkt des Sabbats in „dies solis“, weswegen wir bis heute den verehrenswerten Tag der Sonne einen Tag später als Ruhetag begehen. Wer trotzdem nach Judenart am Sabbat müßig war, wurde gemäß Konzil von Laodizea ab 365 nach Christus von Christus ausgeschlossen.

Den umfunktionierten Weihnachtsabend betreffend, hörte ich in einer Umfrage schon den unglaublichen Vorwurf eines vielleicht gar nicht so dummen Ossis, wir Christen hätten das Fest für unsere Kindergrippen-Missions-Zwecke geklaut. Kommunistisch und marktwirtschaftlich betrachtet sind es die schlauen Chinesen, die millionenfach Christbaumkugeln und Weihnachtsdekoration produzieren und wie Media Markt mit der Werbekampagne „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ veräußern. Zum Konsum und den Geschenken zurückkehrend fällt mir da eigentlich nichts mehr ein. Aber genau das ist mein größtes Problem an Weihnachten: Was schenke ich wem?

Mein Geschenk an alle Leser zum Ende ist die Erkenntnis, dass Jesus sich an seinem falsch datierten, jahraus jahrein gefeierten Geburtstag von seinen Nachfolgern nicht feiern ließ, sondern sich ein für allemal an seinem Todestag für uns dahin gegeben hat als Lösegeld für viele (Markus 10, 45 und 1. Timotheus 2, 6).


 

Der Papst in Deutschland

Als ich einst hörte, dass der Papst nach Deutschland kommt, wollte ich auch einer seiner Versammlungen beiwohnen, weil ich erwartete dort Gott näher zu sein. Meine Traumreise verwirklichend, bearbeitete ich meine Mutter mit mir gemeinsam vom Stuttgarter Sackbahnhof, ein paar hundert Kilometer weiter in einem Zug, zum riesigen Freiluftgottesdienst zu pilgern. Obwohl wir beide tief gläubige, praktizierende Katholiken waren, setzten wir das Vorhaben ins benachbarte Bundesland zu fahren dann doch nicht um. Ich hatte mir, wie viele anderen Gläubigen erhofft, den seit wenigen Jahren im Amt befindlichen und nicht in Italien geborenen Papst, leibhaftig in bayerischen Gefilden zu erleben.

Bekanntlich werden nicht alle Wünsche von zwölfjährigen Jungens von den Eltern erfüllt. Wer weiß wohin mich der religiöse Eifer sonst getrieben hätte, vielleicht vom Ministrant bis hin zum Kleriker. Die Begebenheit liegt schließlich mehr als 30 Jahre zurück, als der Oberhirte Johannes Paul II. auf der Münchner Theresienwiese 500.000 Schäfchen weidete.

Der aktuelle Anlass meiner Gedanken ist natürlich der Deutschland-Besuch von Papst Benedikt XVI.. Von dem Vatikan habe ich mir, abgesehen von zahlreichen Fernsehdokumentationen, schon selbst anlässlich einer Italienreise ein Bild machen können. Was erwartete ich also von der Visite des Oberhaupts der Mitglieder stärksten christlichen Konfession? Außer meine natürlicher Neugier zu befriedigen eigentlich nichts. Vor Jahren schon wollte ich mit der größten Institution der Erde nicht weiter lebenslang liiert bleiben und habe auf dem Rathaus die Lohnsteuer-Treue gebrochen. So bin ich vor meiner standesamtlichen Hochzeit aus der größten weltweiten Sekte ausgetreten; und heutzutage erwartete ich als protestantischer Bibelkenner sowieso keine ökumenischen Geschenke.

Lieber allumfassender Leser, bitte erschrecke jetzt nicht und brich Dein Studium nicht ab. Das Hauptmerkmal einer Sekte ist nun mal einen über alles stehenden religiösen Führer zu haben, dessen Lehren unantastbar sind. Bitte kein Widerspruch!: In Glaubensfragen ist der Papst in Ausübung seines Amtes als Lehrer aller Christen in endgültig entschiedener Weise unfehlbar. Besonders das eigene Grundgesetz des Vatikanstaates spricht dem Pontifex Maximus durch Artikel 1 uneingeschränkte Vollmacht zu…: „Der Papst besitzt als Oberhaupt des Vatikanstaates die Fülle der gesetzgebenden, ausführenden und richterlichen Gewalt.“

Mir fällt sonst kein Regierungschef ein, der in der Praxis solch eine gewaltige, auf sich zugeschnittene, zentrale Macht hat. Der Papst kann also über alles beschließen, handeln und maßregeln, ganz wie er will. Wussten Sie z.B., dass ein katholischer Priester praktischerweise, mit Hilfe der Verordnungen des Heiligen Stuhles, trotz allem, wie Apostel Petrus verheiratet sein kann? Ich denke jetzt nicht an Benedikts aktuellen Aufruf zur Treue gegenüber der Kirche und auch nicht an die Heilige Kommunion praktizierende Pfarrer, die nach einer Schäferstunde in der Sakristei von ihren Haushälterinnen glammheimlich Kinder bekommen. Dank redseliger Rechnungsprüfer sind überall Alimente-Aufwendungen aus dem Kirchensäckel bei Stammtischgesprächen längst ein alter Hut.

Also wie sollte sich etwas beim Gebot des Zölibats geändert haben? Im Katholizismus bewirkte die weit verbreitete Laienmeinung über praktisch angewandten Sex auf alt betagte Wissende wenig bis überhaupt keine Veränderung; oder? Nein:

Man(n) muss als Geistlicher vom evangelischen zum katholischen Glauben übertreten!

Gut, diese Richtungsvorgabe funktionierte unlängst nur bei wenigen Pfarrern unter Wohlwollen ihres neuen Dienstherrens. Richtig ernst entwickelte sich die eigene Lage trotz Priestermangels umgekehrt, wenn man mit evangelischen Brüdern das Abendmahl begeht, was Gotthold Nathan Ambrosius Hasenhüttl 2004 mit seinem Heiligen Stuhl Herauswurf bezahlt hat.

Der suspendierende Papst selbstverständlich konnte gegenteilig dem Frère Roger das Herrenmahl austeilen, obwohl der verstorbene Taizé-Gründer nicht katholisch war. Wer würde Ratzinger heute verübeln, wenn er mit dem geschiedenen Präsidenten Wulff als Bundesbruder insgeheim unter vier Augen das Brot gebrochen oder den Wein geteilt hat. Durch den Bundestag politisch bestens informiert und geführt, leben wir bestimmt nicht unter der islamischen Scharia, sondern zelebrieren im Beisein der violetten Bischöfe und scharlachroten Kardinäle weitere vatikanische Konzile im christlichen Abendland, wozu das badische Lahr zählen dürfte.

Gerade offenbarte der scharfer HD-Anblick einer niedergehenden Sonne auf meiner LCD-Scheibe Empörendes, und zwar meine ich die Verabschiedung Benedikts unter dem weißen Black-Forest-Airport-Baldachin. Die erhitzten Düsentriebwerke im Hintergrund beiseite stellend, liegt mir das wiederholte Wort „Heiligkeit“ aus dem Munde unseres Staatsoberhaupts genauso schwer in den Ohren, wie der mehrfach betitelte „Heilige Vater“ bei der Begrüßung im Amtssitz Berlin. Grenzt das nicht an Gotteslästerung?

Siehe Matthäus Kapitel 23 Vers 9 und Lukas Kapitel 18 Vers 19.

(An alle Gospel Forum Geschwister: Ich bin nicht abgefallen, darum macht euch keine Sorgen um mich!) Ich bin auch kein kritischer TV-Co-Kommentator vom Spiegel und kenne die letzte Predigt meines charismatischen Pastorenfreundes sehr wohl, der gerne Papst-Jesus-Bücher verschlingt, und auffordert nicht mit dem Finger zu zeigen und allzu negativ zu sein. Im Neuen Testament findet sich jedoch eine Anweisung, wie man die Geister prüfen soll (1. Johannes 4). Nun bekennen die Oberhäupter der katholischen Kirche doch, dass Jesus im Fleisch gekommen ist; wie konnte der Bibelübersetzer Martin Luther dann durchgängig behaupten, dass der Papst der Antichrist sei? Neben dem Alleinvertretungsanspruch könnte es an dem Titel „Vicarius Iesu Christi – Stellvertreter Jesu Christi“ liegen, der den Papst dann zum Widerchrist macht, wenn er für Deo in carne -lateinisch Gott im Fleisch gekommen gehalten wird.

Passiert das nur naiven minderjährigen Kommunionkindern, wie anfangs mir? Die Fernsehberichte sprechen eine andere Sprache: „Wohin er auch geht wird er von jubelnden Menschenmassen empfangen“ – „Benedetto-Benedetto“. Wem gebührt denn gemäß Gottes Wort alle Ehre? Bei mir klingt das „Santo subito“ bei der Beerdigung Johannes Paul II. in Rom gleichfalls haarsträubend nach. Was meinte denn der Papst in Freiburg mit der Entweltlichung der Kirche? Sind die besonders heiligen Katholiken nicht für die Allgemeinheit in unfassbare Höhen entrückt? Jedenfalls steht die nächste kirchlich angeordnete Vergötterung von Menschen bevor:

Der diesjährigen Seligsprechung Wojtylas könnte sich eine rekordverdächtige Heiligsprechung anschließen.

Ich katechesiere: „Bei der Seligsprechung handelt es sich um ein kirchenrechtliches Verfahren, nach dessen Ende ein Verstorbener als Seliger bezeichnet und öffentlich verehrt werden darf. Die Heiligsprechung führt nach entsprechender Prüfung des Papstes dazu, dass der Verstorbene Heilige verehrt werden soll.“

Was für ein Zirkus wird um die Gebeine von Märtyrer und Wunderwirker Petrus auf dem riesigen überdachten Friedhof des gleichnamigen Doms aufgeführt. Der Fels auf dem die Gemeinde aufgebaut ist bezeichnet alle Gläubigen als auserwähltes Geschlecht, königliches Priestertum und heiliges Volk (1. Petrus Kapitel 2 Vers 9 Ihr aber seid…).

Dieser Widerspruch der Nicht-Vergötterung Einzelner ärgerte nicht nur die kopfüber kreuzigenden römischen Kaiser, wenn sie nicht als Herr und Gott verehrt wurden, sondern die veraltete Denkweise ist bis zum heutigen Pontifex Maximus übergegangen. Denn früher gestaltete sich der Triumphzug durch die Gassen der ewigen Stadt auf dem vergoldeten Pferdegespann, und heute umjubeln die Massen das weiße Papamobil. Wenn der Papst ans Fenster seines Palastes tritt, fangen die Wartenden an zu kreischen, wie bei dem Auftritt von Michael Jackson. Beim Fernsehen bedauerten die Menschen in Freiburg zumeist, dass sie den Heiligen Vater zu kurz oder nur von weitem sehen konnten.

Mehr Glück hatten da die Hände schüttelnden Schwarzwaldmädel aus St. Peter. Schön, wie gut der naturverbundene Papst es auch mit der Gutacher Trachtengruppe konnte. Das begeisterte nicht nur den ehrengeleiteten OB Salomon, der über dem hohen Besuch ein goldenes Buch aufsetzte, sondern auch den Hochachtung und grüne Farbe teilenden Ministerpräsidenten Kretschmann.

Überhaupt war die größte Überraschung des Papstbesuchs die Würdigung der ökologischen Bewegung im boykottierten Reichstag. Der beklatschte weis/ße Mann kann es am Ende (in einem Aufschrei nach frischer Luft) mit allen, sogar mit der lesbischen Bundesvorsitzenden Claudia Roth.

Bei all den überraschenden Gesprächsangeboten durfte ein Treffen mit dem abgeschleppten Helmut Kohl, dessen fremdgesteuerter Geländewagen im Wassergraben landete, nicht fehlen. Der treue Kanzler der Einheit musste abermals für seine Verdienste bei der Wiederverheiratung – Verzeihung – Wiedervereinigung geehrt werden.

Das zickige Ziehkind, des seinen CDU-Ehrenvorsitz abgebenden Rollstuhlfahrers, nämlich unsere wichtigste Würdenträgerin Angela Merkel, sollte bei allen Ehrerbietungen nicht unerwähnt bleiben. Immerhin hatte die trauernde protestantische Pfarrerstochter es in der Vergangenheit gewagt, den Papst missbräuchlich zu kritisieren. Einen weiteren Handschlag im Haus der deutschen Bischofskonferenz teilend, berieten sich die beiden bereicherten Oberhäupter über die Finanzkrise. Wenn das mal gut geht!

Mein Ratschlag zum Schluss: Jeder mache sich selbst einen Reim aus allem.



Sex-Skandale

In letzter Zeit jagt ein Sex-Skandal den nächsten und ruft Abscheu, Empörung aber auch Neugierde beim Studieren der Zeitung hervor. Oft ist es schwer zu sagen was Wahrheit und Lüge bzw. Übertreibung der Berichterstatter ist. Auch monatelange Gerichtsprozesse geben keine Gewissheit darüber, was sich zum Beispiel wirklich in einer sadomasochistischen Winternacht gewollter- oder ungewolltermaßen zwischen den Geschlechtern abgespielt hat. Hat sich da jemand mit Peitsche oder Messer wie ein griechischer Gott aufgeführt? Das zeigt der mystische Eros-Fall des Schweizer Wettermoderators Jörg Kachelmann in Deutschland auf.

Übereinstimmend wirft der ungeliebte australische Profi-Enthüller Julian Assange vor englischen Auslieferungs-Gerichten die Frage auf, ob die Abneigung gegenüber einem gewissen Gummiüberzug einer Vergewaltigung zweier enttäuschter schwedischer Anhängerinnen gleich kommt. Der egoistischer Computerhacker ohne ernste Absichten hat durch das Ausleben seiner brunfthaften männlicher Triebe jedenfalls einen Riesenzirkus ausgelöst. Richtige schwere Empörungsausbrüche rufen bei den Schweden derzeit Bilder über vermutete Seitensprünge und Nachtclubbesuche ihres alten Vorzeige-Monarchen Carl XVI. Gustaf hervor.

Die aktuelle Berichterstattung Nr. 1 wollen viele Franzosen gar nicht glauben, indem sie eine Verschwörung hinter der Verhaftung ihres ehrenwerten Weltfinanzmanagers und möglichen nächsten Präsidenten Dominique Strauss-Kahn im Sinne von WikiLeaks wittern. Nachdem beide Beteiligten als Muttersprache Französisch sprechen, können Verständigungsschwierigkeiten vom maskulinen Spurenhinterlasser vor dem Tribunal kaum behauptet werden. Ohne ein Urteil fällen zu wollen überwiegt die öffentliche Meinung, dass an den Anschuldigungen schon etwas dran sein muss, zumal die väterliche Autoritätsperson andere Frauen ebenfalls angegangen hat.

Die gewohnte Anwalts-Strategie die Aussagen von weiblichen Angestellten über sexuelle Nötigungen und Vergewaltigungen als unglaubwürdig darzustellen, wendete Israels abgesetzter Präsident Mosche Katzav in erster Instanz in einer oberpeinlichen Geschichte von erzwungenem Sex und Machtmissbrauch erfolglos an. Im März wollte ihn das Tel Aviver Bezirksgericht wegen seiner widersprüchlichen Ausagen sogar für 7 Jahre ins Gefängnis schicken, was eine Berufung vor das Oberste Gericht derzeit noch verhindert.

Ziemlich schnell in den Knast wanderte im Abendland ein gewisser Josef unter genau umgekehrten Vorzeichen. Die wollustige ehebrecherische Frau Potifars hatte ihn vor Urzeiten zu unrecht der versuchten Vergewaltigung bezichtigt, worauf sich der wehrlose Sklave in der Gefangenschaft durch seine Traumauslegungen den Weg an die Spitze Ägyptens erarbeitete.

Alltägliche sittenwidrige Gegensätze lassen sich im Territorium des EU-Kandidaten Türkei finden. In der heißen Wahlkampfphase wurde die im Geheimen aufgezeichnete Beweislage jetzt so erdrückend, dass die Parteifunktionäre der rechtsnationalen Oppositionspartei gleich reihenweise das Handtuch warfen. Auf YouTube existierten wohl von der Decke herunter gefilmte Bettszenen, auf denen vor dem außerehelichen Verkehr, von den MHP-Funktionären zunächst schön säuberlich frische Leintücher bespannt wurden. Trotz Löschungsbemühungen wird eine Reaktion der „grauen Wölfe“ Ehefrauen sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Kenia, das Land der Langstreckenläufer, sorgte für Schlagzeilen, weil vor kurzem der Olympiasieger Sammy Wanijru von seinem sechs Meter hohen Balkon in den Tod gestürzt ist. Anscheinend hatte ihn seine Frau Triza Njeri gerade in flagranti beim Sex-Marathon erwischt und deshalb im Schlafzimmer eingesperrt. Wer oder was auch immer die Kurzschlusshandlung ausgelöst hat, so ist die Mutter des Verblichenen von einem Mordkomplott überzeugt.

Einfacher erklärt sich ein lang zurück liegender Ehebruch mit der vollbusigen Haushaltsgehilfin in Kalifornien, der jetzt ans Licht der Öffentlichkeit kam. Die gute Frucht des Ganzen brachte anstelle des Todes nämlich einen männlichen Nachkommen zum Dasein, dessen zarte Gesichtszüge seinen wahren, mit vielen Muskeln bepackten Erzeuger entlarvten. Der schauspielende Gouverneur Arnold Schwarzenegger mag die späte Beichte vor den Medien damit begründen, dass er erst seine Amtszeit verstreichen lassen wollte. Allein die düpierte Vorzeige-Ehefrau Maria Schriver, wird die begrapschte Hausangestellte Mildred Baena selbst zur Rede gestellt und mit Auszug und Scheidungsklage die folgerichtigen Konsequenzen gefällt haben.

Eine gleichermaßen schwer enttäuschte, schwerreiche Prominenten-Gemahlin bietet Italien auf. Veronica Lario bezeichnete den Hilfe benötigenden Präsidenten als krank, weil er Minderjährige frequentiere. Der Damen Diamanten verschenkende P2-Politiker Silvio Berlusconi beschäftigt wieder einmal die Gerichte. In Mailand versuchen gerade staatsfeindliche Staatsanwälte, dem geliebten Staatsoberhaupt Amtsmissbrauch und Umgang mit minderjährigen Prostituierten nachzuweisen. Dabei hat der Bunga Bunga Parties ausrichtende Wohltäter lediglich 45.000,- Euro an eine marokkanische Bauchtänzerin zur Eröffnung eines Schönheitssalons gespendet, damit die vermeintliche arme Nichte Husni Mubaraks, nicht mehr ihrem horizontalen Gewerbe als Ruby Rubacuori nachgehen muss.

ERGO gehört Lügen einfach zum Geschäft bzw. zur Vorsorge, womit die entblößende Abhandlung bei auszuzeichnenden Vertriebsmitarbeitern in der Versicherungsbranche angekommen ist. Als besonderen Anreiz für weitere erfolgreiche Abschlüsse, bezahlte die saubere Hamburg-Mannheimer HMI 2007 eine Reise ins historische Vergnügungsbad nach Ungarn. Den Strukturvertrieb in Budapest fruchtbar fördernd, sollen 20 Prostituierte im mit Himmelbetten umgestalteten, feucht fröhlichen Freiluftbordell für einen Mordsspaß bei der angereisten Hundertschaft aus Deutschland gesorgt haben. Trotz Abgabe mitgeführter Fotohandys und gewissenhafter Steuerangaben von geldwerten 3000-Euro-Vorteilen verstimmen die Spitzenverdiener nun ihre gesamte Rückversicherungs-Wirtschaft mitsamt bestens versicherter Ehefrauen. Also noch so ein Sex-Skandal der die menschliche Neugierde provoziert.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten brachte einen sexsüchtigen Champion hervor, der während seiner Turniere eine Rekord verdächtige Anzahl von Seitensprüngen aufstellte. Man muss nicht Psychologie studieren, um sich den Ärger vorzustellen, den eine späte Enttarnung in der Familie auslöst. Heute kann, der in früheren Werbespots als Messias auftretende Tiger Woods, ein Lied davon singen, wie das hemmungslose Ausleben erotischer Triebe in Ehefrauenprügel endet, der vom Weg abbringt und zudem Unsummen von Geld verzehrt. Seine von der Presse um-jubelnden Eskapaden neben dem Golfplatz haben ihn einen kaputten Geländewagen und 750 Millionen Dollar Abfindung für sein nackt dastehendes, schlägerndes Exmodell Elin Nordegren gekostet. Immerhin sind dem therapierten Golfidol zwei Kinder geblieben, die er freudig besucht, aber der immateriellen Schaden den Vater nicht öfters ums sich zu haben, wiegt für Scheidungskinder bestimmt höher.

Großbritannien bot eine an Peinlichkeiten kaum zu überbietende Presseschlammschlacht über das steinreiche ehrwürdige Königshaus. Der skandalöse Ehekrieg zwischen Prinz Charles und Diana ist zwar schon mehrere Jahre her, aber vielen noch in bester Erinnerung. Abgehörte abscheuliche Tamponverwünschungen und mysteriöse Manschettenknöpfe von Seiten Camillas beiseite legend, wünscht man sich einen glücklicheren Zug für die gerade aus den Flitterwochen zurück gekehrten William und Kate. Sollte sich der charmante Thronanwärter nicht zu sehr an vorehelichen Geschlechtskontakten festhalten, dann dürfte dem Bund der Ehe nichts im Wege stehen – außer vielleicht, weil William sich im altrömischen Stil keinen Ring ansteckt, um anderen Frauen seine Freiheit aufzuzeigen. (Meine persönliche Erfahrung ist die, dass Sex am glücklichsten im geschützten Rahmen der Ehe ausgelebt werden kann.)

Die Liebe der englischen Könige zu vielen unterschiedlichen Frauen ist seit Henry VIII. ein äußerst aufschlussreiches Thema. Um kirchliche Zustimmungen oder moralische Bedenken auszuschalten, ließen sich triebhafte Alleinherrscher im Stile hellenistischer Götter wiederholt neue Vorschriften und verräterische Anklagen einfallen.

Bei all dem Tratsch, der mir andernfalls über die Lippen kommt, möchte ich zum Schluss den Amorbogen in eine noch ältere Zeit spannen. Eine Frau wurde beim Ehebruch ertappt und vor Gericht gestellt. Das Gesetz Mose schrieb die Steinigung vor, doch das fleischgewordene Wort Gottes beugte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Jesus würde keinen Stein erheben, und die Schriftgelehrten und Pharisäer wagten genauso wenig eine Verurteilung, nachdem ihr Gewissen sie überführt hatte.

„Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“, ist eines der berühmtesten Weisheitsurteile der Menschengeschichte, das damit endet: „So verdamme ich Dich auch nicht; gehe hin und sündige von jetzt an nicht mehr.“ (Johannes 8, 11)

Diesen Ratschlag sollte jeder annehmen, der ebenso in Gefahr gerät in einen Sex-Skandal verwickelt zu werden, denn der Lohn der Sünde ist der Tod (beispielsweise die Ansteckunsgefahr mit AIDS), die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus unserem Herrn (Römer 6, 23).

Matthias Ruf, 25.05.2011