Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß ein Buch, beschrieben innen und außen, mit sieben Siegeln versiegelt. Und ich sah einen großen Engel, der mit lauter Stimme rief: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf der Erden noch unter der Erde, konnte das Buch öffnen und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Judah ist, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen. Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet, das hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, die ausgesandt sind über die ganze Erde. Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk, welches sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast mit deinem Blut Menschen erkauft für Gott aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und die lebendigen Wesen und die Ältesten, und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende, die mit lauter Stimme sprachen: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis. Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem der auf dem Thron sitzt und dem Lamm sei Lobpreis und Ehre und Herrlichkeit und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.


Der Schöpfergott sitzt auf dem Thron, und die darum sind können nicht anders als anzubeten. Die Aufmerksamkeit von Johannes richtete sich nun auf ein Buch (griechisch-biblion) in der Rechten Gottes. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Schriftrolle, da sie innen und außen beschrieben war und mit sieben Siegeln versiegelt wurde. Johannes hätte gerne gewusst was darin steht und genauso geht es mir. War es das bereits erwähnte Buch des Lebens mit den Namen der Erretteten oder etwa die gesamte Heilige Schrift?

Ein starker Engel betrat die Himmelsbühne und stellte die rhetorische Frage, wer würdig ist die Rolle zu öffnen und die Siegel zu brechen. Johannes weinte bitterlich, weil kein Lebender oder Toter gefunden wurde zu öffnen und zu lesen. Weshalb bekam er diesen starken Gefühlsausbruch? Konnte er sich nicht denken, dass Jesus, der gemäß Hebräer 1 als Erbe über alle Dinge eingesetzt wird, inmitten des Thrones erscheint?


Ein großes Rätsel lag auf dem Buch bzw. der Schriftrolle und dem was darin und darauf geschrieben ist. Es könnte sich um ein Testament handeln, denn die Verpackung mit den sieben Siegeln sieht aus wie ein Vertrag oder der letzte Wille, der vom Notar beglaubigt wird. Nach der historischen Überlieferung des Römischen Rechts (viele Gesetze wurden in unserem Bürgerliches Gesetzbuch BGB aufgenommen) werden sieben Zeugen vor der Niederschrift benötigt (heute reichen beim Nottestament drei Zeugen gem. §2250 BGB aus).


„Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“, ist ein Teil des von Christen häufig gebeteten Vaterunsers, das in goldenen Schalen gesammelt wird. Dabei kommen mir auch die Tränen, wenn ich bedenke wie oft uns sein Wille eben nicht kümmert. Beerdigungen sind oft der besinnlichste Anlass, wo Menschen kurz in sich gehen und die Pläne Gottes hinterfragen. Das Problem liegt jedoch darin seine Gedanken zu erfassen, denn also spricht der Herr in Jesaja 55, 8 u. 9: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, sondern so hoch der Himmel über die Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.


Wer ist also würdig? Des Rätsels Lösung findet sich bereits prophezeit in Genesis 49, 9 u. 10: Judah ist ein junger Löwe, mit Beute beladen stiegst du empor. Er ist niedergekniet und lagert sich wie ein Löwe und wie eine Löwin, wer darf ihn aufwecken? Es wird das Zepter von Judah nicht weichen noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis Schilo kommt und ihm werden die Völker gehorchen.


Als das unschuldige Opferlamm am Kreuz hing, hätte es als Judenkönig herab steigen können und eine riesige Schar von Engeln zur Hilfe herbei brüllen können, aber ohne seine Geduld wärst Du und ich nie zum Leben erweckt worden. Der einzige Mensch ohne Sünde, Jesus, der aus der Nachkommenslinie Adams, Abrahams, Judahs und Davids entsprang, ertrug im Gehorsam unvorstellbare Schmerzen bis zum Tod, weil er im Glauben die zukünftige Belohnung sah, nämlich eine unzählbare Nachkommenschaft wie Sterne am Himmel und Sandkörner am Meeresstrand.

Das Brüllen des Löwen Schilo wird am Gerichtstag für alle Menschen zu hören sein, denn jeder wird für sich selbst Rechenschaft geben müssen, und es werden einmal jedes Knie sich vor ihm beugen und jede Zunge muss bekennen, dass er der Herr ist (Römer 14, 11 u.12 Philipper 2, 10 u.11). Noch erkennen wir den Herrn Jesus nicht als Furcht einflößenden Löwe aus dem Stamme Judah, sondern als harmloses Opferlamm. Löwe und Lamm sind Temperaments-Gegensätze wie sie die Natur unterschiedlicher nicht zeigen kann. In der Zukunft ist er der Ehrfurcht gebietende auf den Wolken wieder kommende König, der allein würdig ist, die Siegel zu zerbrechen, und als historische Person ist er das zu Tode verwundete Lamm, das durch die Auferstehung in der Mitte des Thrones Gottes steht.


Sieben Hörner sind ein Symbol vollendeter Kraft. Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist spricht der Herr der Heerscharen in Sacharia 4 Vers 6 und erklärte dem Propheten die Bedeutung der sieben Augen, die die ganze Erde durchstreifen. Gott, der die wahren Anbeter sucht, ist Geist, und die ihn anbeteten müssen ihn im Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4, 23 u. 24).

Der himmlische Gottesdienst, der in den ersten beiden Liedern dem ewigen Schöpfergott galt, wird durch die zu ihren Harfen greifenden vier lebendigen Wesen und vierundzwanzig Ältesten zunächst an das Lamm gerichtet. Daraufhin können vieltausende Engel nicht anders als das einzig würdige Lamm anzubeten.

Die fünfte Hymne aller Geschöpfe richtete sich zusammenfassend an den der auf dem Thron sitzt und das Lamm zugleich.

Amen – so sei es, erklingt ein kurzer sechster Ton.

Wie viele am sechsten Tag erschaffene Menschen lassen sich zu Königen und Priestern machen, um über die neue Erde zu herrschen? Wir können hier und heute schon damit anfangen, denn die Psalmen ermutigen das Gottesvolk immer wieder den Herrn zu loben und zu preisen. Praise the Lord – Preist den Herrn! Das ist ein Befehl für alle die dem einzig Würdigen gehorchen wollen.