{"id":773,"date":"2020-09-13T10:35:25","date_gmt":"2020-09-13T10:35:25","guid":{"rendered":"http:\/\/jonathanfischer.de\/?page_id=773"},"modified":"2020-10-24T11:37:38","modified_gmt":"2020-10-24T11:37:38","slug":"auf-dem-weg-nach-emmaus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jonathanfischer.de\/?page_id=773","title":{"rendered":"Auf dem Weg nach Emmaus"},"content":{"rendered":"<p>Emmaus bedeutet \u00fcbersetzt warme Quelle. Der Leser hat sich sicher schon auf den Weg zu einer wohltuenden, warmen Quelle gemacht. Am Sonntag? Bestimmt. In einem Spaziergang \u00fcber 60 Stadien? M\u00f6glicherweise. In Begleitung mit einem Kleopas, dessen Name ruhmreicher Vater bedeutet? Wohl eher nicht.<\/p>\n<p>Wer die Fragen stellt lenkt das Gespr\u00e4ch in die gewollte Richtung. In Lukas 24 Verse 13-35 findet sich eine ganz spezielle Rede des auferstandenen Herrn mit folgenden Fragen:<\/p>\n<p><em>Oh ihr Toren! Wie langsam ist euer Herz zu glauben an alles was die Propheten geredet haben? Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und von allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war.<\/em><\/p>\n<p>Als junger Gl\u00e4ubiger war dies eine meiner Lieblingsstellen im als Geschenk erhaltenen NT mit Wasserbildeinband und Titel \u201eDas lebendige Buch\u201c. Ja, wie habe ich mir eine pers\u00f6nliche Lehrstunde auf einem Spaziergang mit dem Meister gew\u00fcnscht, um in den Genuss desselben Unterrichts zu kommen. Der Herr Jesus erh\u00f6rte mich auf andere Weise. Wie eine Quelle lebendigen Wassers erquickten mich die Elberfelder \u00dcbersetzung beim Studium der gesamten Heiligen Schrift. Licht kam ins Dunkel des Lebens eines zweifelnden Katholiken, der durchaus \u00fcber die Anf\u00e4nge von Genesis aufgekl\u00e4rt war. Pl\u00f6tzlich wurde mir klar, dass mit dem Samen der Frau, der den Kopf der Schlange, die ihm in die Ferse bei\u00dft, zertritt, der Sohn des Menschen aus dem Lukasevangelium gemeint ist.<\/p>\n<p>Allein der Buchstabe t\u00f6tet, aber der Geist macht lebendig. Die Soldaten, welche das Grab bewachten, fielen wie tot zu Boden, als vor ihnen der gewaltige Engel mit dem Aussehen eines Blitzes auftrat. Danach ist auff\u00e4llig, dass Jesus zun\u00e4chst den einfachen, gl\u00e4ubigen Frauen und danach den rangh\u00f6heren, zweifelnden Aposteln erschienen ist. Grundvoraussetzung f\u00fcr ein geistreiches Gespr\u00e4ch mit Jesus Christus ist nicht ein Theologiestudium, sondern ihm in Demut zu begegnen. Ohne Bekehrung und Nachfolge wird der Auferstandene nicht zum Heil erscheinen. Die stolzen Machthaber dieser Welt, f\u00e4llen wahrhaftig ein falsches Urteil \u00fcber den K\u00f6nig der Juden, das ins eigene Unheil f\u00fchrt. Trotz wunderbarer Aqu\u00e4dukte und anderer technischen Errungenschaften des r\u00f6mischen Weltreiches erwartete den Pr\u00e4fekten von Jud\u00e4a, bei seiner Heimkunft anstelle eines w\u00e4rmenden Mineralbads, die unterirdische Hitze eines unausl\u00f6schlichen Feuers.<\/p>\n<p>Der leidende Gottesknecht aus Jesaja 53 bleibt f\u00fcr viele Leser ein Geheimnis. Auf dem Weg von Jerusalem nach Hause zeigte der hingebungsvolle K\u00e4mmerer von \u00c4thiopien auf seinem Wagen sitzend die Bereitschaft, sich von dem wildfremden Wanderer Philippus belehren und daraufhin taufen zu lassen. Die gleiche Heilsbotschaft vernehmend lie\u00df sich der verneigende, wohlt\u00e4tige Hauptmann Kornelius, samt seinen gottesf\u00fcrchtigen Angeh\u00f6rigen, vom herbeigerufenen Petrus in C\u00e4sarea taufen.<\/p>\n<p>Haben Sie ebenso die Entscheidung getroffen Jesus nachzufolgen?<\/p>\n<p>Dann begeben Sie sich auf den Weg. Er kann mit Ihnen gehen und Ihre Fragen beantworten. Andere Menschen berichten von seiner Auferstehung, dennoch bleiben Zweifel. Es f\u00e4llt Ihnen schwer, seinen \u00fcberlieferten Worten zu glauben. Vorerst ist er tot. Die Hoffnung auf Befreiung und Erl\u00f6sung ist geschwunden. Es mag sein, dass Sie ihn nicht erkennen, obwohl er gerade jetzt bei Ihnen ist.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlen Sie ihm Ihr Leid. Was besch\u00e4ftigt Sie? Wo vermissen Sie sein Eingreifen?<\/p>\n<p>Es gibt einen h\u00f6heren Plan f\u00fcr Ihr und unser aller Leben. Die Umst\u00e4nde m\u00f6gen noch so schlimm sein. Dennoch, es findet sich eine L\u00f6sung. Diese sieht oft anders aus, als wir uns vorstellen. Die zwei Juden h\u00e4tten sich nicht tr\u00e4umen lassen, dass sie drei Tage nach dem Kreuzestod auf Golgatha mit Yeshua HaMashiach in Emmaus zu Abend essen:<\/p>\n<p><em>Und es geschah, als er mit ihnen am Tisch sa\u00df, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihnen die Augen ge\u00f6ffnet, und sie erkannten ihn.<\/em><\/p>\n<p>Es ist ein unverdientes Geschenk, genannt Gnade, die richtige Sichtweise f\u00fcr Yeshua zu bekommen, um ihn zu erkennen. Bei diesem geistigen Ph\u00e4nomen konnten die zwei J\u00fcnger nichts hinzutun. Zuvor haben sie ihn jedoch gen\u00f6tigt, bei ihnen zu bleiben und in ihr Haus zu kommen.<\/p>\n<p>Beten wir heute wirklich mit dankbaren Herzen: \u201eKomm, Herr Jesus, sei unser Gast, und segne was du uns bereitet hast?\u201c<\/p>\n<p>Es sieht so aus, als ob der Herr seinen Weg ohne uns weiter geht, es sei denn wir laden ihn bewusst ein. Wir k\u00f6nnen unseren Reichtum, mit einem reich gedeckten Tisch, auf eigenen F\u00e4higkeiten, auf das Werk unserer H\u00e4nde zur\u00fcckf\u00fchren. Oder wir sagen: \u201eAlle gute Gaben, alles was wir haben, kommt, oh Gott von dir, wir danken die daf\u00fcr!\u201c<\/p>\n<p>Von klein auf werden wir daran gew\u00f6hnt, Geld als Sicherheit zu ben\u00f6tigen, damit wir unseren Hunger und alle anderen Bed\u00fcrfnisse befriedigen k\u00f6nnen. Mammon wird leicht zum G\u00f6tzen Nummer 1. Im verhei\u00dfenen Land angekommen \u00fcberl\u00e4sst der neue Leiter Israels seinem Volk die Wahl, ob sie den alten G\u00f6tzen \u00c4gyptens weiter dienen wollen. Josua selbst stellt in einem der beliebtesten Glaubensbekenntnisse klar:<\/p>\n<p><em>\u201eIch aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die eigentliche Befreiung aus \u00c4gypten erfuhr das versklavte Volk nach Mose \u00dcberlieferung durch das Brechen des unges\u00e4uerten Brotes w\u00e4hrend des Passahfestes. In der Folge ging der Racheengel an den H\u00e4usern vor\u00fcber, auf deren T\u00fcrpfosten das Blut des geopferten Passahlammes bestrichen war. Yeshua selbst ist das Opferlamm. Nun nimmt er die Rolle des Hausvaters ein und bricht das Brot. Zuallererst erinnert diese Handlung an das im kleinen Kreis stattfindende letzte Abendmahl, bei dem Kleopas nicht zugegen war. Wohlm\u00f6glich war er Teil der Volksmenge, die Jesus nachfolgte, und an einem anderen Abend zu Tausenden satt wurde:<\/p>\n<p><em>Jesus blickte zum Himmel, dankte, brach das Brot und lie\u00df die Essensk\u00f6rbe verteilen. <\/em><\/p>\n<p>Voraussetzung war nicht nur, das Brot vom Meister aufteilen zu lassen, sondern die J\u00fcnger verschafften sich einen \u00dcberblick dar\u00fcber was vorhanden ist. Ein Merkmal der ersten Zusammenk\u00fcnfte in der Apostelgeschichte war, alles zu teilen. Eigentum wurde aufgegeben. Die Menschen wurden selig, weil \u00fcberfl\u00fcssige \u00c4cker verkauft und Nahrung f\u00fcr Bed\u00fcrftige gekauft wurde.<\/p>\n<p>Diese Mentalit\u00e4t findet man heutzutage weniger in den Kirchen, sondern eher in den Kibbuzim. Ohne Geld gl\u00fccklich zu werden, machen auch andere l\u00e4ndliche, sich selbst versorgende Lebensgemeinschaften vor.<\/p>\n<p>Wem geh\u00f6rt die Welt? Im Moment ist die Luft zum Atmen kostenlos. Lebenswichtiges Trinkwasser ist nicht f\u00fcr alle frei erh\u00e4ltlich. Die Nahrung ist vielerorts knapp. Das Bestreben der M\u00e4chtigen war schon immer, die Kontrolle \u00fcber Menschen und G\u00fcter zu erlangen. Die Verteilung des Geldes und von Besitz l\u00e4uft trotz verschiedenartigen staatlichen Gesetzgebungen alles andere als gerecht ab.<\/p>\n<p>Bevor ich weiter abschweife, zur\u00fcck zu den J\u00fcngern auf dem Weg nach Emmaus. Sie hatten ihr angestrebtes Ziel am sicheren Heimatort erreicht. Warum sollten sie nicht das Abendessen genie\u00dfen, sich weiter an der unglaublichen Gottesoffenbarung berauschen, dann beseelt hinter gesch\u00fctzten Mauern zur Ruhe legen? Stattdessen riskierten sie ihr Leben. Obwohl es Nacht wurde, machten sie sich schnurstracks auf den gef\u00e4hrlichen Weg zur\u00fcck nach Jerusalem. Wissend, dass selbst beim Durchwandern des Tales des Todesschattens kein Unheil zu f\u00fcrchten ist, wenn Gott sie tr\u00f6stet. Beim Bekennen und Singen der prophetischen Psalmen weicht alle Finsternis vor dem Licht. Wer alles in dieser verg\u00e4nglichen Welt verloren hat, muss sich vor einer Beraubung nicht f\u00fcrchten. Das alte Leben hinter sich lassend, werden sie mit Christus im Neuen Jerusalem alles gewinnen. Diesen Siegespreis wollten die Beiden komme was wolle mit den Glaubensgeschwistern in der Stadt des Friedens teilen. Die zwei Zweifler mussten voller Freude davon berichten wie blind sie waren, bis Gott ihnen die Augen aufgetan hat und sie den Auferstanden erkannten. Sie blieben nicht lange alleine im Wissen, dass der Herr wahrhaftig auferstanden ist. Der wahre K\u00f6nig der Juden war auch dem Simon erschienen. Die Apostel und mit ihnen Versammelten waren privilegiert einen besonderen Segen zu erhalten. Ihr Verst\u00e4ndnis wurde ge\u00f6ffnet, um die Schriften zu verstehen. Lesen Sie das Wort, h\u00f6ren Sie das Wort, sinnen Sie dar\u00fcber nach was \u00fcber ihn geschrieben steht im Gesetz, in den Propheten, in den Psalmen.<\/p>\n<p>Mein Gebet beim Schreiben dieser Zeilen ist, dass der Auferstandene auch Ihnen erscheint.<\/p>\n<p>Nehmen Sie den Weg auf sich und haben Sie Mut, den Herrn Jesus Christus zu bezeugen, ihn mit anderen Menschen zu teilen, desgleichen es die Emmaus-J\u00fcnger taten. Lob und Preis sei Gott!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emmaus bedeutet \u00fcbersetzt warme Quelle. Der Leser hat sich sicher schon auf den Weg zu einer wohltuenden, warmen Quelle gemacht. Am Sonntag? Bestimmt. In einem Spaziergang \u00fcber 60 Stadien? M\u00f6glicherweise. In Begleitung mit einem Kleopas, dessen Name ruhmreicher Vater bedeutet? Wohl eher nicht. 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